Mit all dem weiß ich Sie auch im (Berufs-) Alltag bestens gewappnet!

Artikel erstellt in Allgemein, Coaching
Mit all dem weiß ich Sie auch im (Berufs-) Alltag bestens gewappnet!

Es ist soweit: Ich bin dann mal wieder weg… und begebe mich auf eine weitere Etappe des Jakobswegs. Dieses Mal setze ich die Via Podiensis von Le Puy-en-Velay im französischen Zentralmassiv (dort startete ich letztes Jahr) bis zu den Pyrenäen fort. Es ist nach insgesamt ca. 2.500 km meine 8. Etappe seit 2004. Wer meine Artikel, Teil 1 „Was machst Du schon wieder auf dem Jakobsweg?“ und Teil 2 „Phänomen Jakobsweg – 10 Lektionen für Beruf und Alltag“ von der letzten Strecke in 2017 gelesen hat, weiß bereits, dass ich „wie die Jungfrau zum Kind“ auf diesen Weg gekommen bin. In einer für mich desolaten Situation in 1999 hatte ich mich in der Verzweiflung sagen hören: „Wenn ich das schaffe, dann geh´ ich nach Santiago!“ Ich wusste damals nicht, wo Santiago liegt und was es mit dem Jakobsweg auf sich hat. Ich war noch nie wirklich gewandert. Wie ich überhaupt auf diese Idee in jenem Moment kam, ist mir bis heute ein Rätsel. Nach dem ersten Schritt im März 2004 in Burgos war mir jedenfalls eines ganz klar: Diese Reise wird eine längere werden… Sie hat seither mein ganzes Leben und an jedem einzelnen Tag auf beste Weise verändert.

Dieser Weg spiegelt Ihnen alles in Ihrem Leben.

Für  mich ist der Jakobsweg Lebensschule, Psychotherapie, Selbstreflexion, Urlaub, Naturgenuss, Sprachtraining (Französisch, Italienisch, Spanisch), Sport. Letztes Jahr hatte ich mir eines meiner Lebensthemen in den Rucksack eingepackt und dort im Selbstcoaching bearbeitet. Es sind mir prompt die „richtigen“ Menschen begegnet, mich dabei zu unterstützen. Ich bin mit körperlichen Abreaktionen ordentlich „krank“ geworden. Eine echte Erlösung. Doch „der Jakobsweg beginnt in Santiago“, so zitiere ich mich selbst. Das bedeutet: Das, worauf es letztlich ankommt, ist die Integration ins eigene (Alltags-) Leben, wenn man zurückkommt.

Die Gegenwart ist im Hier und Jetzt.

Wenn ich mich auf den Bildern letztes Jahr und heute betrachte, staune ich selbst. Ich habe mich einmal mehr verpuppt. Der goldene Schmetterling ist nicht umsonst die Metapher im inmetra® Logo. Am 28.10.2017 steht in meinem Kalender in Großbuchstaben „START“. Meine gewünschte Veränderung hatte ich zielgerichtet und bewusst begonnen. Schritt für Schritt kamen die passenden Gelegenheiten dazu: Es war schmerzhaft, anstrengend, frustrierend, irritierend, erfreulich, herzerfüllend, berührend, umwerfend, faszinierend, extrem fordernd, ermüdend, voller Wunder und somit insgesamt wunder-voll… Selbst ich – veränderungskultiviert- hätte mir im Traum nicht vorstellen können, welche Dynamik dieser Veränderungsprozess mit sich bringt. Und so starte ich dieses Jahr mit 9 kg weniger „Gepäck“ auf meinen Rippen und auch sonst in vielerlei Hinsicht „neu“. In meinem Rucksack ist unendliche Dankbarkeit für all das, was ich seit der letzten Etappe – in nur 12 Monaten meines Lebens, in denen so manche Woche wie eine Ewigkeit erschien – erfahren habe, für die Menschen, denen ich begegnen durfte; für alles, was sich scheinbar zauberhaft gelöst und auch gefügt hat; für all die Hilfe und ja, auch die wirklich heftigen Prüfungen, die ich bekommen und gemeistert habe. – Unglaublich und wahr!

Lehrmeister. Lebensmeister.

Eine unangenehme Wunde, die ich mir letztes Jahr am Fuß auf 350 km zugezogen hatte (es ging – im wahrsten Sinne des Wortes- nicht anders), erwies sich als besondere Lehrmeisterin. Denn es hat 10 Monate Geduld für meinen Fuß gebraucht, sehr viel Zuwendung, sehr viel Wohlwollen und Liebe bis zur kompletten Heilung. Und Abwarten, Geduld und Selbstliebe sind „zufällig“ das, was ich in diesem Jahr am allermeisten gebraucht habe und was mir am meisten zur persönlichen Entwicklung geholfen hat. Meine Wunde war auf physischer Ebene meine tägliche Ermahnung, mich Kairos und dem natürlichen Prozess des Lebens hinzugeben.

Es geht immer weiter und hat schon vor langer, langer Zeit begonnen…

2005 bin ich mit einer 19-jährigen Deutschen in Santiago eingelaufen. Sie war damals in Lourdes gestartet und hat mich ungemein beeindruckt. Mit 19 Jahren wäre mir bestimmt nicht in den Sinn gekommen, ganz alleine und über 1.000 km zu Fuß zu gehen! Seither hat mich dieses Wort nicht mehr losgelassen: L o u r d e s. Ich bin nicht religiös und mag keine Menschenmassen. Warum also? – Keine Ahnung! Einige Male hatte ich es schon auf meiner Route vor, bin jedoch  immer wieder davon abgekommen. Es ist jetzt soweit. Ich kann es spüren…

Auf dem Weg mitten durch Europa: Großartige Landschaften. UNESCO Weltkulturerbe.

Der Jakobsweg ist als solcher UNESCO Weltkulturerbe. Wenn Sie als Tourist auf der Landkarte nachvollziehen wollen, wo ich gerade pilgere, dann fliegen Sie mit mir zunächst nach Toulouse. Von dort geht es mit dem Zug nach Figeac im pittoresken Tal des Lot. Dort war mein letzter Endpunkt – nach einem dreitägigen Umweg über Rocamadour – ein atemraubend schöner Ort, den Sie -so oder so einmal- besuchen könnten: Ein kulturhistorisches Juwel in einer traumhaften Landschaft und UNESCO Weltkulturerbe mit „wow!-Effekt“. Von Figeac geht meine Route per pedes nach Westen zu den Pyrenäen und abschließend nach Lourdes; mit dem Bus nach Toulouse und von dort mit dem Flugzeug wieder zurück nach Frankfurt. Vielleicht „geht es“ aber auch anders. „On verrà“ sagen die Franzosen, mal sehen. Denn: Dem Gehenden legt sich der Weg unter die Füße.

Achtsamkeit und Balance als Alltagspraxis.

Die ausbalancierten Steine auf dem Bild waren 2005 noch in Galizien am Strand. Muxia ist das eigentliche Ende des Jakobsweges, nämlich dort, wo – dem Mythos zufolge- die Barke des Heiligen Jakobus gestrandet ist. Die Steine sind bestimmt 15 kg schwer. Nichts, was man mal so als Mitbringsel in den Rucksack steckt. –  Verrückt, oder? Sie können Sie heutzutage bei inmetra® auf der Veranda bewundern. Wenn Sie sich auf etwas fokussieren, meditieren wollen, schichten Sie sie aufeinander. Das macht man so auf dem Jakobsweg. Sie sehen sofort, ob Sie entspannt sind. Denn nur so geht es. Und so mancher findet eine andere, für sich in dem Moment angemessene Weise, die Steine zu stapeln oder sie liegen zu lassen.

Mit all dem weiß ich Sie auch im (Berufs-) Alltag bestens gewappnet!

Auf dem „Camino“ wünscht man sich, je nach dem, wo man gerade pilgert: „Buen camino!“ in Spanien oder „bon chemin!“ in Frankreich.

Auch Ihnen wünsche ich einstweilen Tag für Tag „einen guten Weg“! Trinken Sie genug Wasser. Respektieren Sie Ihre Tagesform. Achten Sie auf Ihre Pausenzeiten. Schlafen und essen Sie gut. Seien Sie freundlich zu sich und anderen. Grenzen Sie sich mit einem klaren „nein“ von Menschen ab, die Ihnen nicht gut tun (auch in Partnerschaft und Familie!). Fragen Sie nach Unterstützung, wenn Sie welche brauchen. Gehen Sie einen Umweg, wenn er Ihnen interessant erscheint. Helfen Sie anderen, wenn sie Ihrer Hilfe bedürfen. Seien Sie ehrlich, als erstes zu sich selbst. Korrigieren Sie einen Fehler sofort. Kehren Sie jeden Tag für einige Zeit in die Stille, in sich selbst hinein. Bleiben Sie stets aufmerksam. Genießen Sie den Himmel über Ihrem Kopf, den Wind auf Ihrer Haut und auch den Regen, vor allem jedoch: Ihre (Entscheidungs-) Freiheit! Seien Sie dankbar.

Widmung

Diesen Beitrag widme ich Jenny, der damals 19- Jährigen. Ich bin tagelang, ganz verliebt in ihre stämmigen, sonnengebräunten Waden, hinter ihr hergelaufen, bis ich sie endlich eingeholt hatte. Zusammen in Santiago anzukommen, war ein bewegendes Erlebnis: Wir waren um 21.05 Uhr nach ca. 50 Fußkilometern an diesem Tag (ca. 1.000 für sie seit Lourdes, ca. 250 km für mich in der Etappe) fünf Minuten zu spät am Ziel. Die Kathedrale hatte pünktlich geschlossen.

Ultreya!

Ihre  peregrina della vita

 

 

 

 

 

Vanessa Vetter

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4 Kommentare

  1. Ulli
    1. November 2018

    Hallo Vanessa,
    bist Du gut in Lourdes angekommen? Ich bin leider schon wieder zwei Wochen bei der Arbeit, aber es war eine sehr schöne Zeit auf der Via Podiensis.
    Ulli

    Antworten
    • inmetra
      1. November 2018

      Bonjour Ulli!

      Wie ich mich freue, dass Du Dich meldest! Ja, ich bin gut – und zu Fuß! – in Lourdes angekommen. Das war noch ein sehr bewegendes Erlebnis für mich, das immerhin vor 13 Jahren anfing, um nicht nur zum Ziel, sondern auch wieder zu einem neuen Anfang zu werden…. Den Preis, den ich dafür gerne in Kauf nehme, ist eine, sogar meinen Osteopathen beeindruckende, Sehnenentscheidung am Fuß. Denn um das zu schaffen, musste ich ganz schön Gas geben. Ich hatte dann nur noch neue Pilgergesichter, weil ich alle Bekannten in 1-2 Tagesstrecken überholt hatte. Es gab noch bemerkenswerte Begegnungen mit Dir bekannten Mitpilgern – einfach schön. Die nächste Etappe für 2019 ist auch schon klar: Genf bis Le-Puy-en-Velay.

      Es grüßt Dich herzlich mit einem „bon chemin dans ta vie!“
      la pèlerine Vanessa

      Antworten
  2. Sabrina
    12. Januar 2019

    Du bist wunderbar liebe Vanessa!

    Schön, dass sich unser Weg gekreuzt hat!

    Ich erkenne mich in vielen deiner Erzählungen wieder. Schön, wie du es auf den Punkt triffst, das Gefühl. Sehr gerne denke ich an unsere gemütliche Siesta im Gras in der Nachmittagssonne oder an unsere unvergessliche, „stürmische“ Nacht bei Francoise zurück 🙂 Ich danke dir dafür! Bleib so positiv und strahlend wie du bist!

    Ich freue mich auf ein baldiges Wiedersehen in Wien!

    Ein dicker Drücker bis dahin aus dem verschneiten Wien!
    Sabrina

    Antworten
    • inmetra
      14. Januar 2019

      Liebe Sabrina!

      Wortwörtlich hat sich unser Lebensweg auf dem Jakobsweg gekreuzt und vielleicht gehen wir noch eine Weile gemeinsam und doch jede für sich weiter… Ulli, der hier auch einen Kommentar hinterlassen hat (ich sehe sein super grünes Shirt noch vor mir, das hat mir so gut gefallen), hatte mir an meinem ersten Pilgertag erzählt, wer so alles unterwegs ist. „Ja und da ist noch Sabrina, die in Wien losgelaufen ist.“ Ein paar Tage später hatten wir uns dann, in einer unvergesslichen Mitternachtsaktion mit den Pariser „Touristinnen“, in der Pilgerherberge von Varaire „dans les causses“ in einem Zimmer wiedergefunden. Unsere kleinen Abenteuer waren in der kurzen Zeit schon enorm! Und wir haben so viel zusammen genossen, gelacht und noch besser: Dürfen immer wieder neu darüber lachen, in unseren Erinnerungen schwelgend. Doch jetzt geht es erst einmal weiter. Mein Ziel der nächsten Etappe heißt Wien und ich werde nicht zu Fuß gehen…

      Ein herzliches Servus und Ultreya!

      Vanessa

      Antworten

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