Ins neue Jahr zurückblicken

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Ins neue Jahr zurückblicken

Es ist schon seit September offensichtlich: Bald nach den Sommerferien kündigen in den Supermärkten Lebkuchen, Stollen und Weihnachtsdekoration von Woche zu Woche mehr Weihnachten und somit das Jahresende an.

Planung versus Spontaneität – Chronos versus Kairos

Was für mich früher ein leichtes Spiel war, nämlich Jahrespläne 2 Jahre im voraus zu erstellen, ist für mich heutzutage wirklich schwierig. Im Spannungsfeld zwischen Chronos, dem Gott der Zeitmessung und Kairos, dem Gott des richtigen Zeitpunkts, gilt es Ausbildungen, Übungsabende und Erlebnistage lange im Voraus zu bestimmen. In einem Jahr hatte ich vor lauter Fokussierung sogar übersehen, Urlaub einzuplanen! Es ist also auch an regelmäßige Erholungspausen zu denken und „wer weiß, was nächstes Jahr sein wird“ höre ich förmlich Kairos mir über die Schulter in meinen Kalender blickend, sagen. Spontaneität und Flexibilität wollen im Plan nämlich als Geisteshaltung ebenfalls mitspielen.

Wie fühlt sich Ihr Jahr an?

Mein Jahr 2018 wird müde. Es ist Zeit, zu gehen, wirklich! Voll mit Ereignissen, relevanten Lernerfahrungen, heftigen Herausforderungen und einigen großen Überraschungen, die mein Leben zu Veränderungen ermahnten. Diese habe ich auch vorgenommen und so hatte ich in 12 Monaten einen echten „Vollwaschgang“ auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Um bei der inmetra® Metapher des goldenen Schmetterlings zu bleiben: Es haben einige wesentliche Verpuppungen stattgefunden.

Haben Sie noch die Autorität in Ihrem Leben?

Doch „es“ hat gar nichts stattgefunden. Wenn sich etwas in Ihrem Leben verändert hat, dann haben S i e etwas verändert. Durch Ihr Denken, Verhalten, Korrigieren, durch Ihren Fokus; in Ihrer Geisteshaltung, an Ihrem Äußeren, an Ihren Rahmenbedingungen. Vielleicht hat Ihnen das Leben von außen nachgeholfen und Ihnen die Gelegenheit „auf dem Silbertablett serviert“, z.B. durch einen Unfall, eine Kündigung, einen Todesfall, einen Konflikt oder eine Krankheit? Auch selbst gewählte und geplante Veränderungen wie eine neue Liebe oder eine Hochzeit, die Geburt eines Kindes, ein Umzug oder eine neue Arbeitsstelle bringen notwendigerweise Kurswechsel mit sich. Wieviel davon bestimmen Sie selbst?

Reifen oder älter werden

Um einen gesunden Überblick, nicht nur über dieses Jahr, sondern überhaupt über die dahinlaufende (rasende!) Zeit und die Jahre zu behalten und bewusst reifer und weiser, statt automatisch älter zu werden – also aus Erfahrungen zu lernen und aus schädlichen Mustern auszusteigen – ist Rückschau, Introspektion und dafür Innehalten notwendig.
Es muss etwas abgeschlossen werden, damit etwas Neues entstehen kann. Das ist den meisten Menschen an und für sich klar, doch sie tun es nicht und erleben „überraschend“ Überlastung, Überforderung, Stress und Erschöpfung, mitunter auch psychische und physische Reaktionen wie Aggression, Frustration, Depression, Tinnitus, Schlaganfall, Gedächtnislücken, Sprach- und Schlafstörungen usw. Sie drehen, im wahrsten Sinne des Wortes, durch: Ohne Pause geht es oftmals vom Jahresendstress gleich in den Jahresstart.

Die Natur zeigt es uns

Wir haben Glück, dass wir hier in Jahreszeiten eingebettet sind. Die Natur lebt es uns nämlich vor: vorbereiten, säen, kultivieren, ernten, ruhen – als notwendiger Kreislauf für Bestleistungen und das Bestehen in Dürrezeiten,  bei Gewitter und Hagelschlag, bei Sturm und Unwetter, bei zu viel Hitze und zu wenig Wasser oder zu viel davon.
Die lange Dunkelheit lädt uns ein, ruhiger und winterschläfrig sein zu dürfen, bei sich selbst einzukehren und wertschätzend zu würdigen, was alles war und sein musste; was nicht gelungen ist, was endlich gehen und beendet werden darf, was reif ist, abgeschlossen zu werden und was noch etwas dazu braucht. So wie die Blüten an meinem Magnolienbaum vor der Veranda schon jetzt im November angelegt sind, zeigen sich auch bei Ihnen bereits die Anzeichen für Ihren Neubeginn: Es sind Ihre Herzenswünsche, Ihre Ziele, Pläne, Visionen, Vorfreuden; doch vielleicht auch Sorgen, Bedenken, Konflikte und vorbestimmte Meilensteine.

Achtsamkeit und Selbstliebe

In diesen Tagen und Wochen beschäftige ich mich einmal mehr mit dem Thema Selbstliebe. Achtsamkeit dürfen (ehrlich gesagt müssen) alle Klienten bei mir lernen, die mit Erschöpfungsthemen zu mir ins Coaching kommen. Das ist gar nicht so leicht (ehrlichgesagt sau schwer!), wenn man sich selbst verloren hat, vergessen hat, wie man sich selbst spürt, als notwendige Voraussetzung, somatische Vorwarnungen zu erkennen und zu befolgen. Und mit Selbstliebe ist natürlich nicht das Ego gemeint „das habe ich aber toll gemacht“, sondern die innere, Stärke verleihende, gesunde Haltung, gut auf sich (Körper, Seele, Geist) zu achten: Gehe ich gut mit mir selbst um? Gestalte ich mein Lebensumfeld immer wieder harmonisch? Umgebe ich mich mit mich fördernden und unterstützenden, mich wertschätzenden Menschen? Praktiziere ich eine Alltagsbeschäftigung, die mir Freude und Sinn in meinem Leben stiftet? Kläre ich meine Konflikte? Löse ich schädliche Verstrickungen und Muster in meinem Leben? Achte ich auf meinen Körper, d.h. esse ich regelmäßig und gut, trinke ich ausreichend, bewege ich mich in der Natur und schlafe ich ausreichend? Gönne ich mir regelmäßige Pausen? Denke ich konstruktiv, positiv, liebevoll und wertschätzend? Bin ich dankbar und demütig? Sorge ich gut für mich, weil ich es mir wert bin?  Bin ich mir meiner Freiheit, Entscheidungen für mich treffen zu können, bewusst? Habe ich überhaupt das Zepter der Macht über mein Leben in der Hand oder lasse ich jemand anderen über mich entscheiden?

Ich höre, Sie werden jetzt still…

„Es wäre gut, viel nachzudenken“ heißt es im Gedicht Kindheit von Rainer Maria Rilke (und vom Rilke Projekt wunderbar musikalisch umgesetzt). Wenn das Nachdenken alleine für die gesunde Rückschau und den motivierenden Ausblick nicht ausreicht, (und auch sonst, weil es gut tut und Spaß macht) dann sind Sie herzlich eingeladen, zu meinem seit 10 Jahren traditionellen Erlebnistag Jahrausjahrein am 29. bzw. 30. Dezember 2018 zu kommen.

Ich führe Sie mit achtsam aufeinander abgestimmter, wirkmächtiger Methodik und bewährten Ritualen durch Ihr Jahr 2018 und lasse Sie ins Jahr 2019 hineinblicken. Sie dürfen loslassen, erinnern, aus Lernerfahrungen Dünger kreieren, sich noch einmal freuen oder weinen und Ihre persönliche Schatzkiste der schönen und wichtigen Ereignisse füllen; vielleicht auch etwas besiegeln, loslassen oder für 2019 vorplanen. Nicht zuletzt gibt es nach diesem Tag vielleicht noch etwas zu tun, damit sie befreit und freudig starten können?

So oder so wünsche ich Ihnen zum Jahresende Besinnung (sich besinnen, Sinn geben), Achtsamkeit und Selbstliebe, immer wieder ein JA! für sich, Ihr Leben und Ihre Lieben!

Geben Sie bitte immer gut auf sich acht, Ihre
Vanessa Vetter

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