+Jahresendspurt + Finale + Neujahr + Jahresstart… immer wieder, jahraus-jahrein

+Jahresendspurt + Finale + Neujahr + Jahresstart… immer wieder, jahraus-jahrein

Wie geht es Ihnen zurzeit, wenn Sie in Ihren Kalender 2018 blicken und wie weit blättern Sie – seit wann schon? – in 2019 oder gar 2020? Sind Sie sogar in einem größeren Zeitplan, z.B. 2029 unterwegs?

Es ist wieder an der Zeit – eine interessante Übergangszeit. Ich erlebe es so, dass oft ein nahtloser Übergang ins neue Jahr stattfindet. Manchmal erscheint Weihnachten und Silvester fast schon störend. Das muss nun auch noch sein! Die vielen Weihnachtsfeiern und dann mit der Abteilung auf den Weihnachtsmarkt…
Es ist wie ein Endspurt, ein letzter Kraftakt, der manchmal ohne merkliche Pause in einem Jahresstart mündet. Und so manch einer ist bereits völlig erschöpft. Doch das bleibt lieber unter uns. Was soll wohl der Chef oder die Ehefrau dazu sagen?

– Die Geschäfte haben an den Feiertagen geschlossen, sodass die Einkäufe vorher erledigt, heißt, noch früher geplant sein müssen. Die „staade“, „stille“ Zeit in den dunklen Wintermonaten mit den kurzen Tagen scheint – jedenfalls bei Großstadtmenschen- vorwiegend in der Werbung zu existieren. Hier findet man umso mehr Kerzen, Dekoration, Kaminfeuer, Wolldecken, Strickzeug – Symbole für Muße, Gemütlichkeit, Innehalten, Ruhe und gemeinsame Besinnlichkeit. Doch in der Realität ist davon wenig bis gar nichts zu spüren. Das – so stelle ich immer wieder im Coaching fest – ist dauerhaft für Körper, Seele und Geist eine ganz ungesunde, mitunter fatale Angewohnheit. Zum  Ruhigwerden brauchen Sie gar nichts. Es wäre eigentlich ganz einfach. Doch das Hamsterrad ist so verlockend, wie ein Schokoladenlebkuchen vor dem 1. Advent.

Beschleunigung

Zum einen ist es viel schwieriger, diesen heutigen Tag zu genießen und im Jetzt fokussiert zu agieren, wenn die Gedanken gleichzeitig in andere Zeitsphären reisen (müssen). Wie schmeckt Ihr Frühstück, wenn Sie gedanklich schon im 10 Uhr „meeting“ sind, um das 1.Quartal des nächsten Jahres vorzubereiten?
Ich vermute, den vierteiligen Kalender, in dem Sie zum aktuellen Monat einen Vormonat und zwei zukünftige Monate gleichzeitig im Blick haben, ist eine Erfindung der „time is money“ – Gesellschaft.  Können Sie mir sagen, ob es dieses Kalenderkonzept in Kuba auch gibt? Ich zweifle, denn von dort kenne ich das Bonmot: „Ihr habt Uhren. Wir haben Zeit“.

Orientierungsrahmen

Tatsächlich verlieren manche den Überblick im Laufe der Jahre. Es scheint immer schneller zu gehen. Vielleicht ertappen Sie sich selbst, dass Sie, um halbwegs die Kontrolle über Ihre Zeit zu behalten, sich an Ereignissen orientieren: Ernennungen, Jubiläen, Todes- und Geburtsjahre, Hochzeiten, Trennungen, Schul- und Studienabschlüsse, eine größeren Reise oder Anschaffung – Haus, Garten, Küche, Auto – oder ein Umzug; also keine Alltagsereignisse, um Unterscheidbarkeit in unseren neurologischen Möglichkeiten und somit auf der eigenen Zeitlinie („timeline“) herzustellen und festzustellen, wo wir stehen: Jetzt. Heute.

„Wo ist nur die Zeit geblieben?“ fragen sich dann viele, wenn Sie bei einer solchen Rechnung eine höhere Zahl in der Antwort finden.

Realitäten

Wir sind auch gewohnt, äußere Planungsrahmen herangetragen zu bekommen. In großen Firmen ist z.B. Usus, dass der Urlaub spätestens zum Ende eines Jahres für das kommende Jahr geplant und eingetragen ist. Vielleicht muss dann auch schon die Reise gebucht und müssen andere Vorhaben festgesetzt sein. Dem einen mag das entsprechen, dem anderen mag das als Zeitnötigung vorkommen. Damit wird dem Leben viel Handlungsspielraum, Freigeist und Spontaneität entzogen.

Manche Branchen sind in bestimmten Zeiträumen regelrecht „dicht“. Ein Steuerberater und so manche Firma hat eine ganz besondere Stimmung mit dem Wort „Jahresabschluss“.

Jahresabschluss

Um einen gesunden Überblick zu behalten und bewusst reifer, statt automatisch älter zu werden – also aus Erfahrungen zu lernen und aus schädlichen Mustern auszusteigen – ist Rückschau, Introspektion und dafür Innehalten notwendig.

Viele Rituale sind zeitgeschichtlich und kulturübergreifend der Menschheit immanent. Es muss etwas abgeschlossen werden, damit etwas Neues entstehen kann. Das ist den meisten Menschen an und für sich klar, doch sie tun es nicht und erleben „überraschend“ Überlastung, Überforderung, Stress und Ausgelaugtheit, mitunter auch psychische und physische Reaktionen wie Aggression, Depression, Tinnitus, Schlaganfall, Gedächtnislücken, Schlafstörungen usw.

Wir haben Glück, dass wir hier in Jahreszeiten eingebettet sind. Die Natur lebt es uns modellhaft vor: vorbereiten, säen, kultivieren, ernten, ruhen – als notwendiger Kreislauf.

Die lange Dunkelheit lädt ein, ruhig und winterschläfrig sein zu dürfen, bei sich selbst einzukehren, zum Beispiel mit einer Tasse Tee…

Eine Tasse Tee

Ich lade Sie jetzt ein auf eine Tasse Tee und dieses Gleichnis. Vielleicht kennen Sie es.
„Der Meister empfing den Besuch eines Gelehrten, der seine Lehre hören wollte. Der Meister servierte Tee. Er goss die Tasse des Besuchers voll und hörte nicht auf, weiterzugießen. Der Gelehrte beobachtete das Überlaufen – bis er nicht mehr an sich halten konnte: „Es ist übervoll! Es geht nichts mehr hinein!“
„Wie diese volle Tasse“, erwiderte der Meister, „bist du voll mit deinen eigenen Meinungen und Spekulationen. Wie kannst Du meine Lehre aufnehmen, bevor du deine Tasse geleert hast.“ (Quelle: Yvonne Ginsberg: Gleichnisse von den Meistern erzählt)

Es ist klug, seine „Tasse Tee“ regelmäßig zu leeren – täglich, wöchentlich, monatlich… – jedenfalls jährlich. Was muss raus, was ist überfällig? Was ist zur Erinnerung geworden und gehört verabschiedet? Was ist noch offen und gehört beendet…und wie geht „leeren“? – damit im neuen Jahr Neues entstehen darf und das Leben mit Freude in Gesundheit und Frieden gelebt werden kann.

Jahresbeginn und Ausrichtung

Viele kennen das Phänomen, das wohl- und ernst gemeinte Neujahrsvorsätze schon nach wenigen Wochen und Monaten Aussicht auf Umsetzung verlieren. Nächstes Jahr! Und dann passiert es wieder. – Wo wollen Sie hin in den nächsten Jahren? Was wollen Sie erleben, erfahren, lernen, ausprobieren? Welchen Weg wollen Sie wie und mit wem gehen?

„Würdest Du mir bitte sagen, welchen Weg ich einschlagen muss?“ „Das hängt in beträchtlichem Masse davon ab, wohin du gehen willst“, antwortete die Katze.
„Oh, das ist mir gleichgültig“, sagte Alice. „Dann ist es auch einerlei, welchen Weg du einschlägst“, meinte die Katze. (Lewis Caroll, Alice im Wunderland).

Da diese Rückschau und Ausrichtung alleine mitunter nicht so leicht ist, biete ich seit vielen Jahren traditionell einen professionell geführten Jahresrück- und -ausblick an. Dort mache ich Ihnen einfache, jedoch wirkmächtige Methodik und kraftvolle Rituale zu Nutze. Mein Erlebnistag Jahrausjahrein findet am Samstag, 30. Dezember 2017 statt. Wenn Sie es sich um Ihrer selbst willen Wert sind, dann ist das mein Angebot für Sie. Ich empfehle es für Ihre Psychohygiene. Auch für Paare kann das ein wertvolles Erlebnis sein, jeder für sich und gemeinsam gleichzeitig.

Denn schon morgen wird Ihr Heute gestern gewesen sein. – Geben Sie also gut auf sich acht!

Urheberrechtlicher Hinweis
Respekt, Fairness und Wertschätzung sind mir sehr wichtig. inmetra® ist eine eingetragene Marke. Alle Rechte liegen bei Vanessa Vetter. Texte oder Textteile dürfen nur mit ausdrücklicher Genehmigung genutzt werden. Lassen Sie mich wissen, wenn Sie daran interessiert sind.

2 Kommentare

  1. Sigrid Lepczyk
    7. Dezember 2017

    Liebe Vanessa,

    ein schöner Artikel und da ist viel Wahres dran. Die Hetzerei überall ist nicht schön anzuschauen, deshalb versuche ich, alles ruhiger angehen zu lassen und das gelingt tatsächlich, wenn man sich von einigem Ballast befreit und manche Dinge nicht mehr so wichtig nimmt. Heute hörte ich einen Satz „So ist es halt“. Vielleicht ist das auch eine Möglichkeit, Dinge zu akzeptieren, die man sowieso nicht ändern kann.

    Bis bald, liebe Grüße
    Sigrid

    Antworten
    • inmetra
      8. Dezember 2017

      Liebe Sigrid,

      danke für Deine Gedanken zum Artikel. Du bist aus Hamsterrädern ausgestiegen, lese ich vergnügt und klopfe Dir mit Stolz auf die (gute) Schulter: Sehr gut gemacht! Den Satz „so ist es halt“ kann man unterschiedlich interpretieren. In dieser Form hat er unbedingt seine Berechtigung: Die Gelassenheit zu haben, die Dinge zu akzeptieren, die man nicht ändern kann. – Das macht ruhig und selbstwirksam.

      Auf bald mit einem herzlichen Gruß!
      Vanessa/Vetter

      Antworten

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