Manipulation (und NLP)

Etymologie – Die Herkunft des Begriffes

„Manipulation“ kommt aus dem Lateinischen: manus = die Hand, plere = füllen.
Die linguistische Bedeutungszuordnung ist unterschiedlich: Eine Hand (voll) haben, etwas in der Hand haben, ein Handgriff, im eigentlichen Sinne „Handhabung“ und „Kunstgriff“.
Manipulation als Fachbegriff im Sinne eines Kunstgriffs findet man im Bereich der Technik und in der manuellen, z.B. Physiotherapie für „Blockaden lösen“, „wieder einrenken“ usw.
1809 noch in Bezug auf den Magnetismus verwendet, beschreibt Meyer`s Lexikon den Begriff „Manipulation“ um 1910 als „kunstgerechten Gebrauch der Hände“, dann allgemein als „Geschäftskniff“.  Weitere Bedeutungen waren Handhabung, hantieren, eine handvoll. 1985 steht in Knaurs Wörterbuch, „Manipulation“ sei entweder „ein Gerät geschickt handhaben“ oder „etwas oder jemanden in die gewünschte Richtung lenken, beeinflussen, steuern“.
Heutiger weitverbreiteter Alltagssprachgebrauch: jemanden lenken, auch: in die Richtung, in der man ihn haben möchte, ggf. zum eigenen Vorteil und nicht unbedingt zum Nutzen des Anderen.

Paul Watzlawick: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“

Alles, was ein Mensch in sich bewegt, teilt er bewusst oder unbewusst, verbal und nonverbal seiner Außenwelt mit. Man kann daher auch nicht nicht manipulieren;  Menschen manipulieren einander, sobald sie miteinander kommunizieren.  Die Manipulation besteht bereits darin, den anderen zum Zuhören zu bewegen oder anzulächeln. Ein Wort (Information) weglassen, hinzufügen, anders betonen, usw. ist bereits Manipulation, weil dadurch eine andere Bedeutung suggeriert oder in Kauf genommen wird.
Wenn Sie schon einmal ein Produkt gekauft haben, weil das Etikett so hübsch gestaltet war und Gesundheit, Schönheit oder sonst etwas Tolles versprach und der Herr auf dem Plakat so gut aussieht oder die Frau so attraktiv ihre Locken schüttelt, … sind Sie im Bereich der Werbung gelandet, ein kreativer Pool von grenzenloser Manipulation, die tagtäglich allerorts auf uns alle unbewusst und bewusst einströmt.

Manipulation und NLP (Neuro Linguistisches Programmieren)

Als ich erst in meiner NLP Master Ausbildung hörte, NLP würde von Menschen abgelehnt, weil es manipuliere, war ich ganz verblüfft, ehrlich gesagt, sogar empört. Denn ich hatte NLP in meinen Ausbildungen als wertschätzend, frei, selbstverantwortlich und ausgesprochen menschenwürdig kennengelernt. – Als NLP Lehrtrainerin habe ich mich später intensiver damit beschäftigt und in der Tat  Seminare gefunden, deren Inhalt darauf fokussieren, Menschen zu etwas, z.B. zum schnellen Kauf eines bestimmten Produktes zu bewegen. – Das ist die Manipulation im weitverbreiteten Sprachgebrauch.

Reflexionsübung

Haben Sie schon einmal jemandem etwas nicht gesagt, weil Sie vermuteten, derjenige würde sich sonst Sorgen machen oder Angst bekommen? – Dann haben Sie manipuliert.
Haben Sie schon einmal, obwohl das Glas halb voll war,  gegrübelt: Um Gottes willen,  das Glas ist ja halb leer! Oder haben Sie ein halb leeres Glas betrachtet und gesagt: Toll, da ist ja noch so viel drin! – In beiden Fällen haben Sie sich oder einen anderen in einen guten oder nicht so guten Zustand manipuliert.

NLP Practitioner Kurs

Bei inmetra® ist mir ein klares Verständnis im Umgang mit diesem Begriff wichtig. Daher beschäftigen wir uns im Rahmen der Ausbildung proaktiv damit. Wichtig ist mir auch, die Illusion aufzudecken „Ich manipuliere doch nicht!“ oder „Das ist ja ganz etwas Schlimmes! Das lehne ich ab!“
In der Tat lehne ich es persönlich wie als Lehrtrainerin ab, dass ein Mensch zu etwas bewegt wird, was er selbst nicht möchte; z.B. weil er nicht weiß, um was es geht und vielleicht nicht frei entscheiden kann. Daher lernen Sie im inmetra® NLP Practitioner Kurs genauer, wie Manipulation funktioniert, damit Sie auch erfahren können, sich davor zu schützen. Hingegen nutzen wir die Methoden im NLP tatsächlich, sich und andere  in einen gewünschten besseren und vorher klar definierten „state“ zu manipulieren.

Handhabung

Essentiell ist dabei die Kenntnis Ihrer Absicht für Ihr konkretes Verhalten und Bewusstheit darüber, wie das eine mit dem anderen zusammenhängt. Es lohnt sich, vorher die Ökologie (die Auswirkung auf Ihr Umfeld) abzuwägen und Verhaltensalternativen zu prüfen.

Wenn Sie erfahren, wie differenziert das Ganze ist, dann haben Sie das Wesen von Manipulation im besten Sinne von „Kunstgriff“ und „Kunstfertigkeit“ in Ihr Repertoire aufgenommen – und sich selbst ein gutes Stück weit besser kennengelernt. Es geht tatsächlich um Handhabung und (Selbst-) Steuerung der eigenen Gedanken und Verhaltensweisen in kompletter Selbstverantwortung.

inmetra® Kursteilnehmer, die, wie ich damals, mit der Bemerkung konfrontiert werden: „Was? Du bist in einem NLP Kurs – das ist doch das mit der Manipulation. Pass bloß auf!“ antworten (hoffentlich) mit einem Zwinkern: „Ja, genau!“ – und können auch erklären, wie das so ist mit der Manipulation.

Auch dieser Text ist Manipulation, denn ich habe Sie mit Worten möglicherweise zu einem anderen Denken und Urteilen über Manipulation (und NLP) angeregt. Sie entscheiden nun bitte selbst, welche Art von Manipulation Sie ablehnen und welche Sie sich zu Nutze machen.

Wenn Sie im Rahmen einer Ausbildung mehr darüber erfahren möchten:

Der nächste inmetra® NLP-Practitoner Kurs, DVNLP zertifiziert, startet am 29. September 2018 in Frankfurt. Wenn Sie bereits DVNLP Practitioner sind, könnten Sie den Kurs auch als qualifizierte Assistenz begleiten.

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