Sind Sie zufrieden?

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Sind Sie zufrieden?

Ist es für Sie überhaupt erstrebenswert, zufrieden zu sein? Wenn es bei mir im Bereich Coaching um das Herausarbeiten der persönlichen oder unternehmerischen Werte geht, dann ist das immer eine längere und ganz individuelle Angelegenheit. Was für den einen wichtig ist, ist für den anderen gar nicht relevant. So erhitzen sich auch gerne einmal Diskussionen darüber, was so ein Begriff eigentlich genau bedeutet: Glück? Zufriedenheit? Gelassenheit? Freiheit?

Polarität

Sie lesen diesen Artikel, weil Sie mit sich, jemandem oder etwas in Ihrem Leben unzufrieden sind oder vielleicht denken Sie, trotz allem zufrieden sein zu können, wäre eine wunderbare Sache. Sie lesen diesen Artikel möglicherweise, weil Sie Zufriedenheit bereits kultivieren und interessiert sind, Inspiration aufzunehmen, Ihre Meinung zu bestätigen oder für sich erweiternd zu interpretieren. Eventuell können Sie mit Zufriedenheit gar nichts anfangen, sind jedoch neugierig, für was sie wohl gut sein könnte. In all diesen Variationen sind Sie willkommen, weiterzulesen. Wir leben auf dieser Erde nach dem Grundprinzip der Polarität, d.h. wir können das eine nur in der Abgrenzung vom Gegenteil wahrnehmen. Licht erkennen Sie erst in der Dunkelheit, Gesundheit durch Kranksein, schnell im Vergleich zu langsam, kalt im Gegensatz zu warm, Glück im Verhältnis zu Unglück, Stress in Bezug auf Gelassenheit, Zufriedenheit in der Polarität zu Unzufriedenheit.

Zufriedenheit

Linguistisch betrachtet steckt in Zufriedenheit zweifellos Frieden. Wozu könnte es sinnvoll für Sie sein, auf sich, Ihr Umfeld, wen oder was, das Gestern, Heute oder Morgen friedlich zu blicken? Ein weiteres Grundprinzip auf unserem Planeten ist „wie innen so außen“. Im Inneren Frieden zu spüren, heißt diesem Prinzip folgend, auch im Äußeren Frieden zu suchen, zu erzeugen, zu erhalten. Frieden in den Körperzellen heißt Gesundheit. Frieden im Denken heißt Gelassenheit, sich nicht an Gedanken anzuhaften, sie nicht zur Identität werden zu lassen. Frieden in den Worten bedeutet Freundlichkeit und Empathie.

Haben oder Sein?

Das ist der Titel eines Klassikers des Philosophen Erich Fromm (eine Literaturempfehlung für Sie), heute noch genauso aktuell wie seinerzeit. Zufriedenheit ist ein Zustand des Seins, nicht des Habens. Vielleicht haben Sie schon einmal auf einer Reise Menschen gesehen, die sehr wenig Materielles besitzen, dafür sehr zufrieden und glücklich sind? Sind diese Menschen arm oder reich? Jedenfalls kann man von ihnen eine Menge lernen. Wie muss ich mich in der Welt wahrnehmen, verhalten und wie muss ich denken, um Zufriedenheit als Zustand empfinden zu können? Neulich fand ich mich in einem Maserati wieder – wow, echt irre, dieses Auto! Der Eigentümer bekräftigte mir in meinem nicht enden wollenden Staunen, er bräuchte dieses Auto eigentlich gar nicht. Und er beschrieb sich so: „In dem Moment, wenn ich etwas bekomme, was ich unbedingt haben wollte, dann ist es schon wieder uninteressant und ich möchte etwas anderes haben.“ Es kann also bei Zufriedenheit nicht um den Besitz des Objekts oder Subjekts (eine Frau, ein Mann, eine Freundschaft, eine Beziehung…) gehen, oder doch?

Vergleiche

Unzufriedenheit entsteht im negativ bewerteten Abgleich mit anderen oder wie es anders sein sollte. In der Psychologie sprechen wir bei den uns wie ein Kompass steuernden sog. Metaprogrammen in diesem Fall von der Paarung externale Referenz (Außenreferenz) versus internaler Referenz (Innenreferenz). Brauche ich jemanden von außen (wen?), der mir sagt, wann ich zufrieden sein darf, soll oder muss oder habe ich eine Innenreferenz, d.h. weiß ich es aus mir selbst heraus, wann ich zufrieden bin? So oder so sind Sie bei Unzufriedenheit immer im Defizit Denken. Damit sind Sie immer kleiner oder schlechter als andere oder als sie gerne wären; damit haben Sie immer weniger oder etwas Schlechteres, als Sie eigentlich haben möchten. Sie befinden sich immer in dieser unbequemen Lücke zwischen dem, was Sie nicht haben und dem, was Sie anstreben. Und wer hat Ihnen das eigentlich eingeflüstert? Jemanden besseren, klügeren, schnelleren oder schöneren wird es immer geben; jemanden, der mehr Geld, Glück oder Gesundheit hat, auch. Es wird irgendwo anders immer angenehmer, leichter oder entspannter zu leben sein.

Sein versus Werden

„Wenn ich zufrieden wäre, dann hieße das, ich würde stehen bleiben; mich nicht weiterentwickeln und besser werden wollen“. Was sagen Sie zu dieser Aussage? – Zustimmung, Ablehnung, Ihre Begründung?
Zufriedenheit meint, es gut sein lassen, wie es jetzt ist. Alles andere wäre ohnehin ein Kampf, also kein Friede, mit Ihrer Realität. In diesem Moment können Sie es nämlich gerade nicht ändern. In diesem Moment ist es so, wie es ist. Zufrieden sein bedeutet, mit dem, wie es mir heute im Rahmen der Möglichkeiten möglich war, in Frieden zu sein und gleichzeitig wissend, wohin ich will, was ich anstrebe, worauf ich mich hin- und wovon ich mich wegbewegen werde. Gelassenheit im Sein. Zufriedene Menschen werden Sie immer auch als präsent, ruhig und fröhlich empfinden. Es geht gar nicht anders. Sie sind nicht in der oben beschriebenen Lücke neben sich, sondern ganz bei sich selbst im Hier und Jetzt.

Zufriedenheit = Dankbarkeit + Akzeptanz

In meiner Recherche zum Thema Zufriedenheit stelle ich eine Gleichung auf. Eine wesentliche Zutat für Zufriedenheit ist meines Erachtens das Kultivieren von Dankbarkeit. Um jetzt in diesem Moment in Frieden mit mir und meinen Umständen sein zu können, muss ich für vieles dankbar sein können: Dankbar, dass ich bin und diese Erfahrung machen darf. Dankbar, dass es nicht schlimmer gekommen ist. Dankbar, dass ich noch eine und vielleicht mehrere Chancen haben werde. Dankbar für all die Unterstützung und Hilfe, die ich bekommen kann. Dankbar, dass ich schon eine Idee habe, wie ich es anders probiere oder was ich tun kann, um es zum Besseren zu verändern. Dankbar für all das, was ich bisher und im Rahmen meiner Möglichkeiten geschafft habe. – Für was sind Sie dankbar?

Akzeptanz

Die Akzeptanz ist die Fähigkeit, es so stehen zu lassen, wie es jetzt gerade ist. Akzeptanz ist das Annehmen der eigenen Unzulänglichkeit, der eigenen Fehlbarkeit, des eigenen Scheiterns wie des „Erfolgens“ gleichermaßen. Damit lösen Sie sich davon. Sie haften dem nicht an. Sie kleben nicht daran. Sie schaffen Raum, Ruhe und Frieden. Doch morgen machen Sie sich natürlich auf, den weiteren Lebensweg zu gestalten und „sich weiter in Ihr besseres Selbst hinein zu entwickeln“, wie ich das gerne formuliere. Das ist kein Gegensatz. Akzeptanz ist ein guter Nährboden für Entwicklung.

Kultivierung von Zufriedenheit

Zufriedenheit macht ruhig und klar. In der Ruhe liegt Kraft, liegt Inspiration, liegt Gelassenheit. In diesem Zustand sind Sie in Ihrem Gleichgewicht, sind Sie flexibel, kreativ, können Sie bestens denken, handeln und ganz nebenbei hervorragende Leistungen erzielen. Sie haben eine realistische Selbsteinschätzung, einen konstruktiven Umgang mit Ihrem Scheitern und mit Ihren Konflikten. Davon haben Sie, sobald Sie zufrieden sind, wahrscheinlich weniger als je zuvor oder gar keine mehr. Könnte sein.

Wie fühlt sich Zufriedensein an? Wie kann Zufriedenheit funktionieren?

Am 23. November 2019 laden wir – Tanja Lalic (Yogahaus Frankfurt) und Vanessa Vetter – Sie von 16 – 19.30 Uhr herzlich ein, sich im Rahmen unseres Yoga-Mental-Seminars damit zu beschäftigen. Wir sind überzeugt, dass Sie an diesem Abend zufrieden nach Hause gehen werden.

Ich freue mich auf Sie, Ihre

 

 

 

 

 

Vanessa Vetter – die Frau für Veränderung. Because change is your chance.

Urheberrechtlicher Hinweis
Respekt, Fairness und Wertschätzung sind mir sehr wichtig. inmetra® ist eine eingetragene Marke. Alle Rechte liegen bei Vanessa Vetter. Texte oder Textteile dürfen nur mit ausdrücklicher Genehmigung genutzt werden. Lassen Sie mich bitte wissen, wenn Sie daran interessiert sind.

4 Kommentare

  1. Beate Linke
    18. März 2019

    Danke für diesen Artikel, der mir so aus dem Herzen spricht. Dankbar sein für das, was ist, den Moment genießen, das Glück im Kleinen sehen, sich Ziele setzen, aber nicht „haben wollen“. Das Leben ist ein Geschenk, und schön, wenn ich andere mit meinen Möglichkeiten daran teilhaben lassen kann. Ist Zufriedenheit nicht ein Glück?!

    Antworten
    • inmetra
      18. März 2019

      Liebe Beate,

      vielen Dank für Deine Kommentierung! In der Tat kann man Zufriedenheit und Glück als „glücken“ (ich persönlich sage „glücksen“) und „in Frieden seiend“, also als Verhalten, Fähigkeit und ja, für den einen oder anderen als gegeben erachten. Von Ausnahmen abgesehen, fällt jedoch weder ein Glück, noch die Zufriedenheit aus dem Himmel. Man kann beides lernen, wenn man will. Ist das nicht wunderbar?

      Ich bin ein Glückspilz, ich will immer…

      Herzliche Grüße von Vanessa

      Antworten
  2. Martina
    18. März 2019

    So ein wunderbar inspirierender Artikel, den ich mir immer wieder gern durchlese und die Zeilen so klug und wirkmächtig geschrieben sind.

    Antworten
    • inmetra
      18. März 2019

      Liebe Martina,

      vielen Dank für Dein Feedback! Es freut mich sehr, dass Dich mein Artikel inspiriert. Dafür lohnt sich meine Mühe und ich bekomme noch mehr Lust, weiterzumachen. Und Du darfst wahrlich mit Dir zufrieden sein. Ich bin weit mehr als das. Was für ein Glück ich habe, ab und zu dabei sein zu dürfen. – Mach einfach weiter!

      Herzlich, Vanessa

      Antworten

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