Unsere Zeit ist vorbei! Trennung & Scheidung

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Unsere Zeit ist vorbei! Trennung & Scheidung

Als „die Frau für Veränderung (because change is your chance)“ gebe ich Ihnen mit diesem Artikel neun wertvolle Tipps an die Hand. Ich mache Ihnen Mut, tröste Sie, räume mit gängigen Missverständnissen auf und motiviere Sie hoffentlich zu einer Entscheidung oder sogar zur Umsetzung.

In meiner Praxis begleite ich Menschen in jedweden Herausforderungen des Lebens und in Veränderungsprozessen. Also auch in Themen, die mit Partnerschaft und Trennung zu tun haben. Grund genug für diesen Artikel. Doch noch mehr: Ich selbst bin ein „Scheidungskind“ und habe mich im Frühjahr von meinem Mann getrennt. Ich weiß also, von was ich spreche. Mein Verständnis und meine Empathie haben Sie allemal. Der Lesbarkeit geschuldet, schreibe ich im Folgenden in der männlichen Sprachform, die selbstverständlich Frauen gleichberechtigt inkludiert.

A wie Anfang – Schritt Null

In meinem Coaching kann es sowohl im Einzelfall, wir für das Paar gemeinsam darum gehen, überhaupt erst einmal Klarheit zu bekommen, was man überhaupt will: Eine Veränderung in der Beziehung, einen neuen Beginn, eine Trennung, es so lassen, wie es ist, was eigentlich? Neulich vertraute mir ein Klient an, er könne sich seit Jahren schon nicht zu einer Trennung entscheiden, doch in seiner Beziehung sei er nach wie vor sehr unglücklich. Andere wiederum haben sich schon längst entschieden, kommen aber nicht in die Umsetzung, die Trennung auszusprechen und zu realisieren. Oder sind Sie mit einer Trennung konfrontiert worden?

Aus die Maus – Unsere Wege trennen sich!

Wenn Sie mit einer Trennung, vielleicht sogar überraschend, konfrontiert worden sind, dann sind Sie wahrscheinlich in einem schlechten emotionalen Zustand: Schock, Enttäuschung, Trauer, Wut, Angst, Unverständnis, eventuell gepaart mit (falscher?) Hoffnung, es könnte doch noch etwas werden oder der andere hat gerade mal so eine „Phase“. Das gilt es natürlich ernsthaft zu erforschen. Wenn die Trennung jedoch final ist, dann haben Sie sich damit abzufinden. Doch wie geht das, ist doch der Schmerz und vielleicht auch die Angst vor dem Danach (alleine sein, alleine wohnen und leben, sich sozial neu ausrichten, neue Partnersuche usw.) überwältigend?

Mein erster Tipp für Sie:
Holen Sie sich professionelle, gerne meine Hilfe! Von der Sonnenseite betrachtet ist die Trennung, neben der Überwindung der Situation als solche, nämlich eine hervorragende Gelegenheit, bei sich selbst zu reflektieren, was Sie bewusst oder unbewusst beigetragen haben; vielleicht bewusst oder unbewusst den „falschen“ Partner an Ihre Seite gelassen haben; „es“ nicht wahrhaben wollten und ähnliches. Nur (ja, genau so meine ich das!) wenn Sie bei sich aufräumen, decken Sie blinde Flecken auf, klären Sie die Umstände, Ihre Glaubensmuster und Verquickungen, die dazu geführt haben. Nur (ja, genauso meine ich das!) so ermöglichen Sie sich, aus Ihrem bisherigen Programm auszusteigen und sich in Resonanz zu dem wirklich passenden Partner oder die Ihnen entsprechende Lebensform zu bringen. Es kann sonst sein, dass Ihnen dasselbe in unterschiedlichen Facetten immer und immer wieder passiert. Lesen Sie gerne auch meinen Artikel Abschied – Scheiden tut so weh! und interpretieren Sie ihn auf einen Trennungsfall. Es gilt gleichermaßen.

Sie wollen sich trennen, oder doch nicht? – Ihre Entscheidung!

Mit Ihrer Entscheidung geht alles los. – Setzen Sie eine glasklare Absicht! Richten Sie Ihren Kompass aus!

Doch was ist, wenn Sie sich nicht entscheiden können? Ihre dafür-dagegen-Liste ist ungefähr gleich lang. Was tun? Wenn es Ihnen so ergeht, dann spricht einiges dafür, dass schädliche Prägungen, Überzeugungen, Glaubensmuster oder Bequemlichkeiten das Regiment übernommen haben. Möglicherweise gibt es Ängste. Manchmal ist es eine Angst vor dem Neuen. Denn so unangenehm es Ihnen in Ihrer Partnerschaft ergehen mag, Sie kennen sie und fühlen sich ergo darin sicher und geborgen. Die Situation ist vertraut. Das Neue ist jedoch unbekannt und damit unsicher. So kann man desaströse Verbindungen beobachten: Die Partner harren beieinander aus, weil sie sich in dem bekannten Drama sicherer fühlen, als im noch unbekannten „Besser“ (oder sogar Glück) ihres Lebens. Da weiß man eben, was man hat…

Verharren im Status Quo – aus meiner Praxis geplaudert

So ist es zum Beispiel in einer mir berichteten „Eltern-Kind-Wohngemeinschaft (WG)“. Das hatte ich noch nie gehört! Wie sich die Menschen doch ihre Situation schön reden können: Sie hat ihm und den Kindern gegenüber die Trennung ausgesprochen. „Wir sind noch gute Freunde, pflegen jedoch keine Intimität und Sexualität mehr, schlafen in separaten Schlafzimmern“. Die Elternschaft wird den Kindern in der bisherigen Wohnung geboten. Aus welchem guten Grund auch immer: zu bequem, das schöne, große Haus zu verlassen und die Finanzen zu dividieren? Zu feige, wirklich klare Verhältnisse zu schaffen? Die positiven Absichten können ganz unterschiedlich sein: Angst vor Unterhaltsverpflichtungen oder umgekehrt, die Sicherheit, falls es mit der Selbständigkeit doch nicht klappt, oder wenn die Gesundheit gerade in Schieflage ist, auf einen Versorger zurückgreifen zu können. „Eine Scheidung kostet doch nur viel Geld“ habe ich schon oft gehört. Oder die Tatsache, dass man dann zu etwas Farbe bekennen müsste und zwar vor dem Ehegatten, vor den Kindern, vor allem vor sich selbst. Da ist vielleicht das Verweilen im Status Quo ein Lebensstil: Wasch´ mich, aber mach´ mir den Pelz nicht nass. Sie sind für einen neuen Partner an Ihrer Seite nicht verfügbar und haben dafür eine wirklich gute Ausrede. Denn wer nicht nur auf eine Affäre aus ist, wird sich wohl kaum mit jemandem von Herzen, im Vertrauen und verbindlich einlassen wollen, der in der WG mit seinem Ex und den gemeinsamen Kindern zusammenlebt.

Gute Gründe gibt es dafür und dagegen

Es ist alles erlaubt und alles legitim. Sie entscheiden, was Sie wollen. Sie dürfen sich auch dazu entscheiden, sich (jetzt noch) nicht zu entscheiden. Beschweren Sie sich nur nicht, wenn es Ihnen nicht gefällt, Ihnen nicht gut tut, schlimmstenfalls sogar krank macht. Es ist Ihre eigene Lebenskreation.

In einem Coaching mit einem Klienten, der sich nicht entscheiden konnte, kam eine sog. Übertragung zu Tage. In diesem Fall war es die schwere Entscheidung, die seine Mutter treffen musste, als sie mit ihm sehr jung und ungewollt schwanger wurde. Sie musste sich für das Baby (Leben oder Tod) oder ein unbeschwertes Leben als junge Frau entscheiden. Das hatte sich transgenerativ auf das Kind übertragen und 45 Jahre später in díeser heftigen Blockade (gefühlt geht es um Leben oder Tod) offenbart. Nicht gerade überraschend, oder? Doch darauf muss man ja erst einmal kommen.  Im Selbst-Coaching kommen Sie an solch einen Stachel leider nicht heran.

Ängste und noch mehr Emotionen

Die einer Trennung typischen Emotionen sind ein Konglomerat von Bremsen und Blockaden in Ihrem Leben: Angst, z.B. vor dem Alleinsein, vor Unbequemlichkeiten, vor Unsicherheit, vor finanziellen Einbußen, vielleicht einer notwendigen Verkleinerung der Lebensverhältnisse oder das Sorgerecht für die Kinder nicht zu bekommen, Wut auf den zukünftigen Ex, auf sich selbst, Schuld, emotionale Erschöpfung, Scham, Hilflosigkeit, Ausgeliefertsein, Ekel und Hass, Enttäuschung, Frustration, Depression, Resignation, Stress, Schock usw. Im Coaching lege ich sie nach und nach frei. Es kann zu heftigen Abreaktionen kommen. Wer z.B. Angst vor dem Alleinesein hat, der wird sich natürlich nicht trennen, sondern krallt an dem fest, was (wen) er hat. Diese Angst muss erst besiegt werden. Wer trennungsbedingt die Aussicht auf ein kleineres Haus oder eine Wohnung hat, bisher jedoch einen sehr hohen Lebensstandard gewohnt ist, dem kann das regelrecht Existenzangst bereiten. Und wer Panik hat, seine Kinder durch die Trennung zu verlieren, der ist tatsächlich vor Angst wie gelähmt.

Illusionen

Es gibt Zeiten, in denen ist tatsächlich noch etwas zu retten. Doch wenn nicht, dann nehmen Sie den „vielleicht wird es wieder“- Schleier der Illusion von Ihrem Gesicht! Sie können keinen Suchtkranken retten. Sie wollen bei einem Menschen, der Sie despektierlich oder brutal behandelt, nicht bleiben, auch wenn er eine gute Seite hat. Einen Seitenspringer bringen Sie auch nach 15 Jahren Ehe nicht zur Ruhe (und sich selbst vor allem nicht mit einem Seitenspringer). Wenn Sie sich auseinandergelebt haben, warum machen Sie sich nicht wirklich frei? Wenn sich der Mensch an Ihrer Seite seit Jahren nicht klar für Sie positioniert, worauf wollen Sie die nächsten Jahre noch länger warten?

Eine Klientin ist seit Jahren von ihrem Mann getrennt, jedoch nicht geschieden. In einem Coaching Prozess, in dem es eigentlich um ihre berufliche Zukunft ging, kam ich – sehr zu ihrer Überraschung- im Rahmen einer systemischen Strukturaufstellung auf den Mann, der noch im System hing. Die Bindung zu ihrem Ehemann, auch wenn sie nicht im Alltag erlebbar ist, blockiert ihr gesamtes Leben. Sie ist nicht frei. Er ist nicht frei. „Wir sind doch gute Freunde!“ sagte sie schnell verteidigend. Vergessen Sie es! Um befreundet zu sein, brauchen Sie keine Ehe. Und ob die Freundschaft ausreicht, um auch finanzielle Versorgungsverpflichtungen und die Erbfolge aus einem juristisch ganz anderen Personenstand (verheiratet) zu bedienen, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Als Erbrechtsjuristin könnte ich Ihnen aus meiner jahrzehntelangen Berufserfahrung dazu ein paar echte Horrorgeschichten erzählen.

Mein zweiter Tipp für Sie:
Sortieren Sie noch einmal Ihre Gedanken und glauben Sie nicht alles davon! Dazu kann natürlich auch ein Coaching klärend helfen. Mit meiner Begleitung machen übrigens auch heftige Themen mehr Spaß. Sie gewinnen Abstand und nach und nach wieder Sicherheit unter den wackligen Füßen…

Loyalitäten, Verträge und Familienbündnisse

Ein großer Hemmschuh begegnet mir in diesen Trennungsabläufen immer wieder. Selbst, wenn die Verbindung schon seit Jahren „tot“ ist, kann es sein, dass sich jemand nicht trennt, weil er sich noch loyal gebunden fühlt. Das kann zum Beispiel im Rahmen eines Eheversprechens (oder Gelübdes) sein: „in guten, wie in schlechten Zeiten“ oder „bis der Tod uns scheidet“ oder „ich werde immer für dich (ihn, sie) da sein“. – Emotional fatal! Ein Loyalitätskonflikt kann auch gegeben sei, wenn der Partner ein Suchtproblem oder eine Krankheit hat, vielleicht arbeitslos ist. „Ich kann ihn doch jetzt nicht im Stich lassen“. Vielleicht sind es auch Loyalitäten, beispielsweise zur Schwiegerfamilie, die das Haus zum Umbau zur Verfügung gestellt hat und in das Sie erst vor einem Jahr eingezogen sind? Oder haben Sie sich für eine gemeinsame Immobilie verschuldet? Die Unterstützung von Eltern oder Schwiegereltern in Anspruch genommen? – Oh je, das ist emotional wirklich fatal. Dennoch, seien Sie zuversichtlich: Sie können das und somit sich aus der Verstrickung lösen!

Mein dritter Tipp für Sie:
Wenn Sie in Loyalitäten gefangen sind, dann fragen Sie sich selbst und prüfen ganz genau: Wem Sie zu welchen Bedingungen in welcher damaligen (!) Ausgangslage etwas zugesagt haben und was davon, ehrlich und wirklich, heute noch überhaupt auf Sie zutrifft. Prüfen Sie, welchen Preis Sie dafür zahlen und welchen Preis Ihre Kinder dafür zahlen. Und dann seien Sie so gut: Geben Sie Ihre falschen, irrtümlichen und missverständlichen Loyalitäten auf, und zwar sofort! Sie sind ein Mensch und dürfen „falsche“ Entscheidungen treffen. Sie sollten nur so klug und fair sein, nicht auf deren Aufrechterhaltung zu beharren!

Verantwortung

Ähnlich verhält es sich mit Ihrer Verantwortung. „Ich kann doch nicht…, dann steht mein Partner ja ganz alleine da.“
Es geht ja nicht darum, jemanden auf der Straße stehen zu lassen. Es geht um das Ob Ihrer Trennung und das Wie der Umsetzung. Die Rechtsfolgen und die Art und Weise der Realisierung sind eine ganz andere Frage. Kooperation, Wertschätzung der gemeinsamen Vergangenheit und Fairness sind erlaubt!

Mein vierter Tipp für Sie:
Werden Sie sich klar darüber, was wirklich Ihre Verantwortung und für wen ist, und was nicht. Und beziehen Sie dabei bitte ehrlicherweise a l l e Verantwortungen mit ein. Sie sind nämlich auch verantwortlich für die Prägungen Ihrer Kinder innerhalb eines kranken Familiensystems, für die Falschheit und die Bequemlichkeit des Aufrechterhaltens, für die vertane Chance eines Glücks mit einem passenderen Partner, für den Verschleiß Ihrer Eltern und Freunde, die nolens volens an Ihrer Seite bleiben, obwohl sie die Situation zum Davonlaufen empfinden und Sie am liebsten auf den Mond schießen würden. Überlegen Sie also, ehrlich und sorgfältig, für was sind Sie – Hand aufs Herz- wirklich verantwortlich? Für sich, Ihr Leben, Ihr Glück, Ihren eigenen Weg und einen friedlichen, gesunden und klaren Rahmen, in dem sich Ihre Kinder zu emotional gesunden Menschen erwachsen können. Apropos Kinder…

Ihre Investition in Ihre Kinder

Oft ist ein Argument „ich trenne mich jetzt nicht, wegen der Kinder“. Wie meinen Sie das genau? Wie lange wollen Sie denn Ihren Kindern diese Situation, die Umstände noch zumuten? – Es ist nämlich genau umgekehrt: Kinder sind feinfühlig, egal in welchem Alter. Die wissen schon längst, dass bei Ihnen als Paar etwas nicht stimmt. Sie kompensieren, tolerieren, tragen etwas mit, was überhaupt nicht zu ihnen gehört. In Problemsituationen wie Sucht sind sie unmittelbar Leidtragende und immer in Ambivalenz, weil der „Problemelternteil“ ja auch ein geliebter Vater oder eine geliebte Mutter ist. Aus meiner Coaching Praxis kann ich Ihnen sagen, dass diese Prägungen desaströs für das weitere Leben der Kinder als Erwachsene sind. Sie haben Einfluss auf die Partnersuche, Partnerwahl, das eigene Verhalten in Beziehungen. Eine gute Frage ist: Was leben Sie Ihren Kindern vor? Wollen Sie, dass sich Ihre Kinder als Erwachsene genauso verlieren wie Sie? Finden Sie das wirklich gut?

Ein Beispiel aus meiner Coaching Praxis

Eine etwa 60 -jährige Klientin, sprach mit einer totalen Erschöpfung vor. Sie könne ihre Verpflichtungen nicht mehr einhalten, alles sei zu viel. Verabredungen, die sie träfe, würde sie aus der Not heraus erst kurzfristig absagen, was regelmäßig zu Unstimmigkeiten führe. Das ginge schon seit Jahren so. Sie fürchte auch um ihren guten Ruf als Rechtsanwältin. Im wingwave® Coaching kam ich dem Muster auf die Spur: Sie war die ältere Tochter einer alkoholkranken Mutter. Von klein an hatte sie gelernt, still zu halten, „ja“ zu allem zu sagen, eine ihr nicht gebührende, viel zu große Verantwortung (für die kleinere Schwester und ihre Mutter) zu übernehmen und nach außen immer eine Fassade des „es ist alles in Ordnung“ zu tragen.

Mein fünfter Tipp für Sie:
Kinder brauchen Klarheit. Dann kommen sie mit allem zurecht. Sie müssen wissen, woran sie sind. Sie brauchen Sicherheit, dass ihnen trotz der Trennung der Eltern als Paar ihre Mutter als Mutter und ihr Vater als Vater erhalten bleibt. Dass die Liebe der Mutter und des Vaters sicher ist. Kinder sind unglaublich stark und flexibel. Ich erlebe in meiner Praxis geradezu wunderbar funktionierende neue Beziehungen; immer dann, wenn Kinder ihren Platz und den von Vater und Mutter kennen; wenn die Bezugsmenschen (Eltern, Großeltern, Familie, Freunde) konsequent Klarheit vorleben. Wenn es schon einen neuen Partner gibt, ist es hilfreich, ihn für alle Beteiligten erlebbar zu machen (in Ferien- und Freizeiten, an Wochenenden usw.). Es muss sich niemand feind werden. – Es muss jeder wissen, wo(für) er steht.

Ich spreche aus Erfahrung – meine eigene Geschichte

Übrigens… Ich bin die Tochter von Eltern, die sich einen jahrelangen „Rosenkrieg“ geliefert hatten, da war ich schon 19- jährig „erwachsen“. Es war die Hölle! Ohne zu wissen was genau, war mir allerdings schon als 8- jährige klar, dass bei uns zuhause etwas nicht stimmte. Meine Mutter, so ihr Resumée, Jahre nach ihrer unfreiwilligen Scheidung: „Wenn ich mich getraut hätte, mich zu trennen, als du noch klein warst, hätte ich die Chance für einen zweiten Beginn gehabt und Dir unendlich viel Leid gespart.“ So wartete meine Mutter, bis ich zum Studium aus dem Haus ging und mein Vater auch, jeder aus seiner Motivation heraus. Dann brach der schöne Schein der nach außen perfekten Vorbild-Familie in sich zusammen. Keiner von uns hatte etwas davon außer Schmerzen, vertane Lebenszeit, zerstörte Beziehungen und große seelische Verletzungen. In meinem Fall natürlich auch viel zu lange eine unglückliche Prägung, den wirklich zu mir passenden Mann an meine Seite zu wählen.

(Alkohol-) Sucht und Co-Abhängigkeit

Der Aspekt gehört definitiv zur Rubrik Illusion und Verantwortung. Machen Sie sich bewusst, und „eigentlich“ wissen Sie es selbst, dass Sie z.B. einen Alkoholsüchtigen nicht heilen können. Es ist geradezu vermessen, das anzunehmen! Und ich setze noch eins drauf: Sie wissen doch gar nicht, ob Sie ihm mit der Aufrechterhaltung des Problemsystems überhaupt etwas Gutes tun. Manchen Menschen tut man paradoxerweise genau damit etwas Gutes, indem man sie in ihr eigenes Leben „rausschmeißt“. Wenn Sie schon lange nicht in der Lage sind, sich aus dem Problemsystem zu befreien, dann sind Sie in den Fängen der sog. Co-Abhängigkeit. Sie sind als Partner selbst abhängig im kranken Familiensystem, in dem Sie den Süchtigen durch Ihr aktives Tun und Unterlassen in seiner Sucht (z.B. finanziell) unterstützen, ihm den Rahmen und die Möglichkeit zum Zugang zum Suchtstoff bieten; nach außen den sozialen Schein wahren; so tun, als ob nichts und das „normal“ wäre; den unverantwortlichen, wirklich unzumutbaren Zustand vor den Kindern verteidigen und diese mit materiellen Substituten abspeisen. Wenn Sie schon lange nicht schaffen, sich zu befreien und dieser Artikel auch nicht hilft, Ihnen den entscheidenden Ruck zu geben, dann sind Sie bitte so gut (versprechen Sie mir das!) und holen sich unbedingt professionelle, gerne meine Hilfe, die Sie aus dieser Co-Abhängigkeit herauszieht. – Oder worauf wollen Sie noch warten? Apropos…

Der richtige Zeitpunkt

Den richtigen Zeitpunkt gibt es nicht. – Vergessen Sie es! Trennungen kommen immer zur Unzeit. An Weihnachten, an Silvester, am Geburtstag, am Montag Morgen vor einer wichtigen beruflichen Besprechung, vor dem Abflug in den Urlaub, am Strand, am Telefon, beim Frühstück, kurz nach einer geschäftlichen Pleite oder nach einem Unfall, auf der Straße, vor dem Bäcker… Sie planen es idealerweise selbstbestimmt: „Ich möchte gerne mit Dir über uns sprechen. Wann passt es Dir?“ Ansonsten platzt es irgendwann aus Ihnen heraus. Und das ist garantiert zur Unzeit. Letztlich ist es egal. Der russische Schriftsteller Leo Tolstoi soll gesagt haben: Denke immer daran, dass es nur eine allerwichtigste Zeit gibt, nämlich: sofort. In diesem Fall ist das mein sechster Tipp für Sie! Wenn Sie es sich einfacher machen wollen, dann kann diese Aussprache auch im geschützten und vertraulichen Rahmen eines gemeinsamen Gespräches unter meiner Moderation geschehen. Ich stehe Ihnen herzlich gerne zur Seite! Es braucht nur einen Anruf für eine Verabredung.

Lösen der Handbremse

Oftmals kommt Stress in der Partnerschaft nicht alleine des Weges im Leben. Bei manchen Menschen ist es ein Problem von mehreren gleichzeitig. Es kann sogar sein, dass scheinbar das gesamte Leben gerade wie ein Kartenhaus in sich einstürzt oder in Scherben vor Ihren Füßen liegt. Das ist bestimmt nicht angenehm. Wo anfangen? Viele Fragen sind nicht sofort lösbar, weil sie wiederum von anderen, sich permanent ändernden äußeren Rahmenbedingungen abhängen. Sie kennen bestimmt diesen Spruch: „Gib mir den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann; die Gelassenheit, die Dinge zu ertragen, die ich nicht verändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden!“ Das ist natürlich einfacher gesagt, als getan. Deswegen kommt hier mein

siebter Tipp für Sie:
Nehmen Sie d a s Problem aus Ihrem Problemgewirr heraus, das Sie jetzt sofort angehen können. Das ist die Trennung, wenn Ihre Entscheidung „eigentlich“ schon längst gefallen ist. Sie sagen jetzt vielleicht „um Himmels willen! Das passt jetzt überhaupt nicht, in all dem Chaos in meinem Leben! Dazu habe ich gar nicht die Kraft, die Zeit, die Nerven!“ – Ich frage Sie: „Wann werden Sie denn die Kraft, die Nerven, die Zeit dazu haben?“ Sie werden nämlich staunen, welche Kräfte bei Ihnen frei werden, wenn Sie den ersten und dann nach und nach die nächsten Schritte der Trennung umsetzen! Sie erleben sich – anders als letzthin- wieder als Ihr Leben selbstwirksam gestaltend. Sie haben wieder die Zügel in der Hand, bzw. sind Sie endlich von Ihrem toten Pferd abgestiegen! Das entfacht eine fast unglaubliche Dynamik, die sich dann auch auf Ihre anderen Lebensbereiche positiv auswirken wird. Sie kommen wieder in Fahrt, gestalten, bewirken, nehmen Optionen wahr, haben wieder Zugang zu Ihren Ressourcen, zu Ihren wahren Jas und Neins im Leben und verfolgen sie konsequent. Sie sind wieder authentisch.

Alles nach Plan oder gleich den ersten Schritt wagen?

Mein achter Tipp für Sie:
Glauben Sie, Sie müssten, bevor Sie loslegen, den gesamten Ablaufplan durchdacht haben? – Oh nein, bitte nicht! Dann wird das nie etwas. Sie beginnen mit einer glasklaren Intention und setzen Ihren Kompass auf Trennung, respektive Scheidung. Dann gehen Sie den ersten Schritt, der Ihnen möglich ist, z.B. die Trennung auszusprechen und alle Beteiligten, z.B. Kinder, Eltern, Schwiegereltern, Freunde zu informieren. Vorbereitend für eine Scheidung brauchen Sie nachweislich ein Jahr Trennung von Bett, Tisch, Wäsche und Wohnraum. Keine gemeinsamen Ferien mehr, keine gemeinsamen Wochenendausflüge. Seien Sie diszipliniert und konsequent! Organisieren Sie sich und nehmen Sie Ihre Kinder mit ins Boot. Es gibt jetzt ein paar andere Abläufe im Alltag.

Eine sog. Trennungsvereinbarung ist sinnvoll, wenn Sie trotz Trennung zunächst räumlich in einem Haus oder einer Wohnung bleiben. So oder so: Statuieren Sie das Datum der Trennung schriftlich. Am besten lassen Sie sich von einem Rechtsanwalt (Familienrecht) beraten. Wenn Sie auch den rechtlichen und steuerlichen Konsequenzen in Zahlen, Daten und Fakten in die Augen sehen, dann ist es nur noch halb so schlimm und Sie können sich darauf einstellen, gegebenenfalls sogar später darüber verhandeln. Nach und nach entwickeln Sie den weiteren Plan, je nach Möglichkeiten und Gegebenheiten, Tag für Tag, Stück für Stück. Das heißt nicht, dass Sie nicht einen großen Plan haben dürfen. Es heißt, dass das Umsetzen des ersten Schrittes das Wichtigste ist und alles andere – vertrauen Sie! – Schritt für Schritt folgt. (Nur) Dem Gehenden legt sich der Weg unter die Füße!

Ausflüchte

Kennen Sie solche Gedanken? „Vielleicht kommt mir mein Partner zuvor?“ „Vielleicht findet er jemanden anderen?“ „Erst, wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind.“ „Nach Weihnachten.“ „In den Sommerferien….“ „Nach der Operation von Opa.“ „Vielleicht rede ich mir das nur ein und es ist gar nicht so schlimm?“ –  Vergessen Sie es! Sie verbiegen sich. Sie sind unehrlich. Sie sind feig. Und sie machen sich für sich und alle Beteiligten mitschuldig an dem Wertvollsten, was Sie haben: Lebenszeit, emotionale und psychische Integrität, Glück. Ihre wahre Liebe.

Erleichterung! Nur der erste Schritt ist schwer.

Eines ist ganz klar: Sobald Sie den ersten Schritt gegangen sind, die Entscheidung getroffen und die Trennung kommuniziert haben, geht es Ihnen besser, viel besser! Sie haben das Schwierigste schon geschafft. Ab jetzt wird es leichter. Bleiben Sie dran, jeden Tag, konsequent. Fühlen Sie Ihre Erleichterung, Ihr wiedererwecktes Ich, Ihre Selbstwirksamkeit, Ihre Wahrhaftigkeit. Und Sie wären nicht der erste, der feststellt, dass einem das Leben entgegenkommt, wenn man sich selbst in Bewegung bringt. Vielleicht ist es viel einfacher, als Sie dachten. So mancher muss sich dann eingestehen: „Wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich schon längst…“ Derjenige hat dann einen guten Tipp für Sie. Raten Sie mal, welchen!

Umfeld und „gute“ Ratschläge

Mein neunter Tipp für Sie:
Geben Sie in der Trennungsphase besonders gut auf sich acht. Sie sind eventuell etwas oder auch viel dünnhäutiger als sonst. Bedenken Sie auch, dass nicht jeder in Ihrem Kollegen-, Freundes- und Bekanntenkreis Ihr Sparrings Partner ist und Sie unterstützt. Es wird Ihnen nicht nur Verständnis und Wohlwollen begegnen. Es kann sein, dass Menschen Ihnen Ihre Entscheidung neiden, ihre eigenen Interessen gefährdet sehen oder, oder, oder.

Überlegen Sie also genau, wem Sie von Ihrer Trennung und was genau davon erzählen. Suchen Sie sich gezielt Verbündete, also Menschen aus, die Sie verstehen oder jedenfalls Verständnis für Sie haben; noch besser, welche, die Ihnen praktisch bei der Umsetzung helfen. Schauen Sie auf Ihre Kräfte. Machen Sie das, was geht und lassen Sie all das, was zu viel ist oder jetzt nicht stimmig erscheint. Achten Sie darauf, nach was Ihnen zu Mute ist, nach was nicht und halten Sie sich daran! Scheuen Sie sich nicht vor Absagen zu Jubiläen, Hochzeits- oder Geburtstagseinladungen.

Ratschläge – das Gegenteil von gut ist gut gemeint

Lassen Sie wohlgemeinte Ratschläge (sind auch Schläge, heißt es) links liegen, die nicht zu Ihnen passen, bzw. nach denen Sie gar nicht gefragt hatten. Mir wurde nach meiner Trennung von meinem Mann z.B. empfohlen: „Du solltest Dir einen Hund zulegen. Hier in der Gegend wohnen viele reiche Männer. Mit denen kannst Du dann leicht in Kontakt kommen.“ Oder: „Melde Dich doch bei einer Partnervermittlungsbörse im Internet an!“ Wer mich kennt, weiß, wie fremd mir sowohl das eine, wie das andere ist. Das heißt nicht, dass diese Ideen für Sie als Leser nicht attraktiv sein könnten. Ich will nur sagen, es kommt eben darauf an, was man will und was nicht. Die Ratschläge kommen immer aus dem mindset des Sprechers, bedenken Sie das. Das hat mit Ihnen möglicherweise soviel zu tun wie ein Huhn mit einem Betonpfosten.

Fazit

Wer sich auf den Weg macht, dem kommt das Leben entgegen. Machen Sie heute Ihren ersten Schritt! Sie werden es nicht bereuen. Wenn Sie in Bewegung kommen, kommt „es“ in Bewegung. Dann kommt ein universelles Gesetz zur Anwendung: Es entsteht ein Vakuum. Und das Vakuum will mit neuem Leben gefüllt werden, ganz automatisch. Ei – Raupe – Puppe – Schmetterling… Es hat keiner versprochen, dass es leicht sein wird, nur dass es sich für Sie lohnen wird. – Nur Mut!

Post Scriptum

Vielleicht hat diese Frage weder mit Ihnen, noch mit diesem Artikel etwas zu tun…, doch wie steht es eigentlich mit Ihrer Liebe zu dem Menschen an Ihrer Seite?

Widmung
Diesen Artikel widme ich allen, die gerade im (Ent-) Scheidungs- oder Trennungsprozess sind. Und selbstverständlich bin ich gerne die Coach Expertin an Ihrer Seite. Rufen Sie mich unverbindlich an, um zu eruieren, wie eine mögliche Vorgehensweise für Sie individuell aussehen kann.

Viel Glück und gutes Gelingen,
Ihre

 

 

 

 

 

Vanessa Vetter – die Frau für Veränderung. Because change is your chance.

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