Von allem zu viel? Da hilft echter Stil.

Artikel erstellt in Allgemein, Coaching

„Von allem zu viel? Da hilft echter Stil“ las ich in einem Magazin. Wenn man das stilistisch betrachten und bewusst entscheiden kann, welcher Richtung man folgt und wann man, zum Beispiel dem Zeitgeist oder der Mode gehorchend, von einem Extrem zum anderen dekoriert, dann stimmt das. Doch, was, wenn Sie das nicht (mehr) frei entscheiden können, weil Sie, wie ein Hamster im Hamsterrad, „hamstern“ müssen und es immer mehr wird, Ihnen regelrecht über den Kopf – soll heißen über den Kleiderschrank, die Garage, den Keller, den Dachboden – wächst? Das Ansammeln von Zeug kann ja sogar als „krankhafte“ Entschuldigung erscheinen: „Ich kann nichts dafür, ich bin halt ein Messy!“ Luxuriöse Opulenz oder degenerierte Verschwendung? Eine Illusion von Macht und Glück auf Zeit?

Eine Frage des Stils

Eine Frage des Stils ist es also nur dann, wenn Sie frei entscheiden können und bewusst aktiv werden. Die Stilikone Coco Chanel soll gesagt haben „Lebenskunst ist die Kunst des richtigen Weglassens“. Da sind wir schon auf der Brücke des „wie innen so außen“ und der metaphorischen Übertragung in Ihr Leben. Was hat ausmisten, Plunder entsorgen, sich entmüllen und verschlanken also mit Ihrem Leben zu tun? Täten Sie dort auch gut daran, etwas wegzulassen und mit welchem persönlichen Gewinn?

Tun ist auch (weg) lassen

„Richtiges“ oder lassen Sie mich lieber sagen „gesundes“ Weglassen in Ihrem Leben könnte also zu Ihrer psychischen Entgiftungskur (detox ist en vogue) werden. Weglassen von Kommunikation oder Korrespondenz, die weder wichtig, noch wohltuend ist. Weglassen von Beziehungen, die nichts Relevantes (Schönes, Gutes, Wahres) in Ihr Leben bringen. Weglassen von Orten, die sie niemandem empfehlen würden. Weglassen von Essen, das Sie nicht nährt. Weglassen von Getränken und Stoffen, die Ihnen schaden. Weglassen von Musik, Literatur, Fernsehsendungen oder Veranstaltungen, die Sie nicht motivieren, erfreuen oder positiv inspirieren. Weglassen von Betätigungen, die sie weder lieben, noch stärken. Weglassen von Dingen, die Ihnen keinen guten Zweck erfüllen. Weglassen von „Freunden“, die Sie nicht freundschaftlich behandeln, wenn es einmal im Leben ordentlich rumpelt.

Gewinn

Wissen Sie, was Sie dann haben, wenn Sie all das weglassen können? Qualität in Ihrem Leben! Frieden. Freude. Leichtigkeit. Ehrlichkeit. Authentizität. Dafür würde es sich doch lohnen, sich in Bewegung zu bringen, oder? Denn das heißt schließlich Motivation.

Minimalismus – von der Stilrichtung zum asketischen Trend?

„Auf das soll ich verzichten?“ „Da habe ich ja keinen Spaß mehr im Leben!“ Ich bin doch ein Genießer.“
„Manche Freude im Leben besteht darin, mit Freude auf etwas zu verzichten.“ Dieser Gedanke soll von Peter Rosegger stammen. Dieser Verzicht ist also der Gute, der Bewusste, der Freiwillige. Deswegen funktionieren so viele Diäten nicht, weil Sie sich permanent im „ich darf nicht“-Defizit wahrnehmen. Deswegen muss Ihr Fleischersatz Soja dann eben auch eine „du darfst-Wurst“ sein. Damit Sie denken, Sie hätten auf nichts verzichten müssen. Ällabätsch! Das ist nur ein Trick, der ohnehin nicht funktioniert. Doch das haben Sie inzwischen selbst herausgefunden.
Minimalismus bedeutet nicht, lebensfeindlich zu sein. Man konzentriert sich vielmehr auf die Dinge, die man wirklich (!) braucht und ausgewählte Stücke, die Freude bereiten. Kurz und gut, man fokussiert sich auf das, was wesentlich im Leben ist.

Sekundärgewinn

Die positiven Begleiterscheinungen der bewussten Reduktion auf das Wesentliche sind, vergleichen Sie das einmal in Mode, Kunst und Architektur: Ruhe. Gleichgewicht. Harmonie. Entspannung. Der Blick wird nicht irritiert, überfrachtet, nicht in Assoziationsketten verwickelt, nicht abgelenkt und auch nicht provoziert.
Sie haben weniger Folgeaufwand an Lebenszeit und Geld, weil sie nicht mehr auf so viel achten, sauber machen, sortieren, in Schach halten und versichern lassen müssen. Ich erinnere mich an ein vermögendes Ehepaar in meiner Beratung, das mir erzählte, dass sie so frustriert seien, weil sie nicht mehr verreisen könnten. Da beide rüstig und agil aussahen, fragte ich „warum denn nicht?“ Es stellte sich heraus, dass sie so viele schöne und kostbare Dinge hatten, dass sie Angst hatten, ihre Wohnung alleine zu lassen. Daher packten sie vor jeder Reise ihre Schätze weg, was natürlich einen enormen Aufwand bedeutete. Zur Begrüßung „willkommen zuhause“ ging das gleiche Spiel rückwärts los. Das konnte ich sehr gut nachvollziehen. Wer hätte schon Lust darauf? So waren die beiden zu Sklaven Ihres Luxus geworden. Ein freiwilliges, goldenes Gefängnis!

Das Wesentliche in Ihrem Leben

Der Fokus könnte sich in Ihrem Leben auf sich selbst richten, statt auf all die Ablenkungen, die Sie sich mit Materie schaffen. Reizüberflutung. Ertränken. Essen. Zuviel von allem, nur nicht sich selbst in Reinform begegnen. Es ist doch so viel einfacher. Nichts Neues unter der Sonne. Die Philosophen Sartre, Heidegger, Kierkegaard und andere mehr, wussten es bereits wohl zu formulieren. Es ist einfacher, sich über Dinge zu definieren, als sich selbst zu begegnen. Und auch da müssten Sie wahrscheinlich erst einmal viel Müll abtransportieren, ausmisten, sortieren, entschlacken, sich über Ihr „Ich“, Ihren Lebensfokus klar werden, das Ego einmal zur Seite stellen, bis Sie sich selbst in wundervollster Reinform, Ihrer herrlichen Einzigartigkeit und menschlichen Pracht, „wie Gott Sie gemeint hat“ selbst entdecken können. [Falls Sie das lernen möchten, die nächste NLP Ausbildung beginnt bei inmetra® am 25. Januar 2020. Für Sie habe ich noch ein Plätzchen freigehalten.]

„Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug“

Dieses bonmot wird dem griechischen Philosophen Epikur, 341 – 270 v.Chr. zugesprochen. En vogue sind auch die Bücher, die motivieren und lehren sollen, wie es geht. In meinen Seminaren hören Sie mich sagen: Lesen Sie diese Bücher unbedingt, wenn Sie lesen lernen und lesen üben wollen. Doch ganz ehrlich und Hand aufs Herz, Sie wüssten doch schon genau, wie es ginge, nicht wahr? Dennoch sei hier exemplarisch auf das 2009 erschienene Büchlein der Japanerin Hideko Yamashita hingewiesen mit ihrem Dan-Sha-Ri-Prinzip. Die Japaner sind qua Tradition Meister von Stil, Purismus, Klarheit und kulturhistorischer Weisheit und so wird hier ein altbewährtes Prinzip aufgegriffen: Dan steht für unwichtige Dinge nicht in sein Leben zu lassen. Sha bedeutet, regelmäßig Müll und nicht benötigte Sachen entsorgen. Ri bezeichnet durch das Verinnerlichen dieses Prinzips das innerliche frei werden, um sich auf das Wichtige im Leben zu konzentrieren.

Dan-Sha-Ri als gute Gewohnheit

Mal angenommen, das wäre Ihr neues Hamsterrad? Was wäre dann in Ihrem Leben alles anders? Feng Shui ist ein entsprechendes chinesisches Konzept aus der daoistischen Harmonielehre. Ein Prinzip daraus hilft mir, neben der mich geradezu süchtig machenden Wirkung, immer wieder diszipliniert und konsequent zu sein: Wenn ein neuer Gegenstand in meinen Haushalt, Kleiderschrank oder in mein Bücherregal Einzug hält, muss dafür (ausnahmslos!) ein anderer gehen. Meistens finde ich dann gleich noch mehr, was gehen darf. Davon hat übrigens schon so manch` einer profitiert.

Fazit: Ein guter Vorsatz

Der Anfang einer jeden Tat ist der erste Gedanke. Und dort zu verharren, reicht natürlich nicht aus. Das kennen Sie, wenn Sie in Ihr Museum der guten Neujahrsvorsätze gehen. Um Ihnen dabei behilflich zu sein und Ihnen Mut zu machen, bzw. natürlich ein paar ganz handfeste Tipps und Ideen zu geben, könnten Sie am 11. Januar 2020 von 16-19 Uhr bei inmetra® einen Workshop (50 Euro) dazu besuchen. Sie entscheiden anschließend selbst, wie ernst Sie es mit sich selbst meinen. Ich bin Expertin im Aufräumen, innen wie außen und heiße Sie herzlich willkommen. Wenn Sie im Hinblick auf Weihnachtsgeschenke das Prinzip bereits üben möchten: Ich stelle Ihnen gerne einen schönen Geschenk-Gutschein aus. Mit Schmetterling. Weil es ohne Veränderung nie geht.

Ihre

 

 

 

 

 

Vanessa Vetter – die Frau für Veränderung. Because change is your chance.

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1 Kommentar

  1. Martina
    4. Januar 2020

    Der Artikel lädt ein, das neue Jahrzehnt befreit von allen überflüssigen Dingen zu beginnen. Schön geschrieben!

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