Was ist eigentlich eine Kommunikationskultur?

Artikel erstellt in Allgemein, Coaching, Mediation, Training
Was ist eigentlich eine Kommunikationskultur?

Der Begriff „Kommunikationskultur“ ist weit verbreitet. Präsent ist er vor allem in der Fachliteratur und in Seminaren betreffend die Themen (Geschäfts-) Führung, Team Entwicklung oder bei Unternehmen in Bezug auf Zusammenführung, Etablierung, Wachstum und natürlich bei allen change management Prozessen. Selbstverständlich taucht das Wort im Zusammenhang von Coaching, Training, Moderation, Mediation auf. In der Regel wird es in Kontexten verwendet, in denen jemand glaubt, die Kommunikation sei bisher nicht oder auf nicht förderliche Weise kultiviert, z.B. gewaltvoll, respektlos, dominant, chaotisch, passiv, negativ, verdeckt oder dergleichen.

Zunächst: Was verstehen Sie persönlich darunter? Was wäre im Vergleich zu „normaler“ oder „Zufallskommunikation“ für Sie „Kommunikationskultur“? Ist das Wort bei Ihnen eher positiv belegt oder eher nicht? Wo und wie haben Sie schon unterschiedliche Arten von Kommunikationskultur erlebt? Wo würden Sie gerne etwas verändern?

Arten von Kulturen

Kommunikationskultur, Konfliktkultur, Unternehmenskultur, Bakterienkultur, Pflanzenkultur, Kultur der Bewohner eines Gebietes/Landes, Kultur im Ackerbau, Monokultur, Mischkultur usw.

20150419_111703                inmetra Kultur

Kulturreise

Ich lade Sie ein, mit mir in den nächsten Minuten eine kleine Reise zu machen: Eine Reise zur Etymologie des Wortes „Kultur“.
Das Wort kommt ursprünglich aus dem Lateinischen „cultura“. Das bedeutet Bearbeitung, Pflege, Ackerbau. Im weitesten Sinn ist Kultur im Vergleich zu Natur all das, was vom Menschen gestaltend erschaffen und erhalten wird, ob im Garten, in der Landwirtschaft, in der Wissenschaft, Technik, Religion oder Wirtschaft.

Das Wort „Kultur“ als Metapher

Um es später übertragbar zu machen, möchte ich das Wort zunächst in seinem herkömmlichen Verständnis mit Ihnen als Bild aufbauen.
Nehmen Sie an, Ihr Ziel sei eine Sonnenblume (Motivation z.B. aus purer Freude an dieser prächtigen Pflanze, weil Sie die Samen als Vogelfutter nutzen möchten oder die Kerne im Salat schätzen). Sie nehmen einen Blumentopf (Kulturgefäß), Erde (Kultursubstrat) und stecken den Sonnenblumenkern hinein. Jetzt werden Sie die Erde befeuchten und einen optimalen Platz wählen, z.B. hell, ohne Zugluft. Sie werden in den folgenden Tagen und Wochen regelmäßig nachsehen, in Maßen -nicht zu viel, nicht zu wenig- gießen, überprüfen, ob der Platz noch angemessen ist. Sobald etwas Grünes zu sehen ist und jeden Tag mehr, werden Sie dem Pflänzchen eine kleine Stütze anbieten, vielleicht sogar den Trieb daran befestigen. Wenn die Pflanze noch größer wird, werden Sie überlegen, ob nicht ein größerer Topf oder sogar der Garten nun ein geeigneter Ort ist. Sie passen die Rahmenbedingungen der Entwicklung der Sonnenblume entsprechend an. Irgendwann stellen Sie fest, dass die Pflanze zu einer erkennbaren Sonnenblume herangewachsen ist. Vielleicht kann und mag sie lieber alleine stehen, vielleicht braucht sie Unterstützung. Vielleicht gießen Sie, vielleicht überlassen Sie sie mehr und mehr den Bedingungen der Natur und greifen nur noch dann ein, wenn es notwendig ist, z.B. bei Sturm, Hagel, einem Gewitter, heftigem Regen oder längerer Trockenheit. Jedenfalls schauen Sie in regelmäßigen Zeitabständen nach und entscheiden, ob und wenn ja, was Sie wann und vor allem wie tun.

– Das ist recht profan, nicht wahr? Das kleine Gärtnereinmaleins.

Vielleicht haben Sie auch schon erlebt, dass, wenn Sie einmal zu viel Wasser oder zu viele Tage kein Wasser, oder keine Stütze gegeben, oder das Unwetter verpasst haben – das zarte Pflänzchen eingegangen ist. Rettungsversuche obsolet. Wenn man das Gelingen nicht dem Zufall überlassen will, dann muss man behutsam und mit Bedacht vorgehen!

„Man nehme…“ – Einige essentielle Zutaten für die Etablierung einer Kultur

  1. Ziel bestimmen, Motivation kennen: Um was geht es Ihnen? Was soll „kultiviert“ werden, was nicht? Warum?
  2. Inhalt konkret festlegen
  3. Regelmäßigkeit: Nachsehen und entscheiden, ob und wenn ja, was es braucht
  4. Angemessen: Was ist jeweils dem Entwicklungsstand und den Rahmenbedingungen entsprechend angemessen?
  5. Auswertung: Wenn es beim nächsten Mal noch besser werden soll, was muss verändert werden? Wie machen es andere, die hervorragende Ergebnisse erzielen (im NLP sprechen wir von „modeling“) ?
  6. Weiteres Kultivieren: Den Vorgang 1-5 wiederholen und immer wieder überprüfen, ggf. anpassen

[Was sonst noch nützlich ist, erfahren Sie in einem Coaching oder in einem unserer Kurse.]

Kultur = Ziel + Kultivierung

Das Wort „Kultur“ ist wie viele andere, z.B. „Wertschätzung“, „Respekt“ eine Nominalisierung, d.h. ein Begriff, der versucht, für Menschen eine Allgemeingültigkeit zur Vereinfachung der Kommunikation zu schaffen. In der Tat ordnet jeder subjektiv auch eine etwas unterschiedliche Bedeutung zu. Es lohnt sich daher, sich darüber klar zu werden und wenn es eine Gruppe von Menschen oder ein Team betrifft, sich darüber auszutauschen, was jeder im Einzelnen darunter versteht. Im inmetra NLP Practitioner Kurs, dort am Trainingstag für das sog. Metamodell der Sprache, beschäftigen wir uns u.a. mit solchen Nominalisierungen und wie man sie sprachlich „knackt“.

Die Frage lautet: Was muss wer konkret tun (Kultivieren = Einstellung, Denken und Verhalten), damit xyz als Ergebnis herauskommt?

Fazit

Unsere kleine Kulturreise hat an dieser Etappenmarkierung vorerst ihr Ende erreicht. Vielen Dank, dass Sie dabei waren. Und vielleicht sind Sie jetzt inspiriert, weiterzureisen, d.h. sich zu reflektieren, was sich in Ihrem Leben lohnen könnte, kultiviert zu werden, oder wo Sie es bereits erfolgreich tun: Welches Verhalten, welche Haltung, welche  Denkweise, ob Ihre Kommunikation, Ihre Werte, oder Ihr Konfliktverhalten. – Oder sind Sie im Versuch steckengeblieben?

Coaching und Training

Eine solche Reise ist nämlich gar nicht so leicht. Wenn Sie lange an einem Ort verweilt haben, haben Sie vielleicht ein wenig verlernt, zu reisen. Sie sind möglicherweise ein wenig „eingerostet“, stumpf oder bequem geworden. Oder Sie sind sich gar nicht so klar darüber, wohin Sie reisen wollen und wie das gehen könnte, was Ihnen dabei wichtig wäre. Vielleicht fehlt Ihnen auch ein Blick auf sich selbst in einem größeren Bezugsrahmen („blinder Fleck“).

Doch jeder Schritt zählt und der Anfang ist besonders relevant.

Ein Coaching kann genau den geschützten Rahmen stecken, in dem Sie durch Fragestellungen und andere Methodik herausfinden können, ob und wohin Sie reisen möchten – in Ihrem Tempo und in Ihren Möglichkeiten.

Im Rahmen eines NLP Practitioner Kurses könnten Sie über einen längeren Zeitraum im Gruppenkontext anhand von vielerlei Methodik und wertschöpfendem Feedback mehr darüber erfahren. Das Kultivieren von wertschätzender Kommunikation und die Umgangsweise mit Konflikten ist bei inmetra Rahmenprogramm.

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