Wunderwerk Mensch

Artikel erstellt in Allgemein, Coaching
Wunderwerk Mensch

Was mich zeitlebens fasziniert (mein Fokus in diesem Artikel) ist der Mensch. Wir hier auf diesem Planeten, unsere biologische, funktionale, physische, psychische, mentale, emotionale Seite und alles zusammen in einem perfekt angelegten Zusammenspiel. Woher? Wohin? Als Kind hatte ich nicht die Fragen, die andere beschäftigten, (was passiert nach dem Tod?) dafür viele Antworten auf Fragen, die sich die anderen gar nicht stellten (was passiert nach diesem Leben?). Ich hatte déjà-vue Erlebnisse noch und nöcher, konnte kleine „Filmabschnitte“ in meinem Leben vorab sehen und wollte wissen, was mein Gehirn da macht. In meinem Umfeld gab es leider niemanden, mit dem ich mich darüber hätte austauschen, geschweige denn, jemanden, der es mir hätte erklären können. Ich las also sehr viel über das Gehirn und über die Unerklärbarkeiten, die ich so erlebte. Vieles davon, was ich damals im Buchladen noch in den Regalen unter Esoterik (etymologisch: Die Geisteshaltung der in die fachlichen Geheimnisse Eingeweihten) fand, ist heute in der Rubrik Quantenphysik naturwissenschaftlich belegt.

Die wunderbare Naturwissenschaft

Meine Schulfreundin hat mich dieses Jahr auf eine Araukarie im Nachbargarten aufmerksam gemacht: „Vanessa, Du hattest doch in Bio ein Referat dazu gehalten. Wie heißt der Baum nochmal?“ Nach fast 30 Jahren habe ich das als Kompliment aufgenommen. Ja, ich habe in Biologie so einige Referate gehalten und diese waren durchaus auch für die Lehrer lehrreich. Die Araukarie kam in meinem Referat „Atavismen“ vor, also gegenwärtige Beweise aus der Urzeit, die sich immer mal wieder in der Genetik von Pflanzen, Tieren (der Quastenflosser z.B.) und auch von Menschen zeigen. Stellen Sie sich vor, es gibt Menschen mit Kiemenanlagen (ich kenne jemanden) und welche, deren Finger wie Fischhäute zusammengewachsen sind oder die einen längeren Steiß haben. Diese Erscheinungen sind natürlich höchst selten und werden meist chirurgisch korrigiert.

Atavismen und Phänomene

Ein Phänomen hat mich damals besonders fasziniert: zwei Geschwister (keine Zwillinge!), die wie kleine Bären von Kopf bis Fuß und im Gesicht behaart waren. Ich staune noch heute darüber. Ich hatte mich auch gefragt, wie wohl die Mutter damit umgegangen sein mag und wie es diesen Kindern in ihrem sozialen Umfeld ging…

Auch finde ich es nach wie vor erstaunlich, dass man sich nicht selbst kitzeln kann. Ist Ihnen das überhaupt schon einmal aufgefallen? Und es gibt Dinge, die es „eigentlich“ gar nicht geben dürfte. 2000 Jahre und ältere Batterien, microchip-artige Gebilde. – Wow! Da staune ich aber ganz schön. In Usbekistan konnte ich mich einmal mit jemandem „unterhalten“, ohne dass wir uns sprachlich verständigen konnten. Die Übersetzerin bestätigte, dass wir jeweils richtig verstanden hatten. Da hat sie sich aber ganz schön gewundert! – Immerhin.

Heilung und natürliche Regeneration

Dieses Staunen konnte ich mir bis heute bewahren und sogar noch mehr: Je mehr ich lerne, am eigenen Leib erlebe, desto mehr staune ich, was alles beim Menschen so ganz selbstverständlich funktioniert und auch nach derben Einschlägen (Unfälle, chirurgische Eingriffe) wieder heilen kann. Welche Themen Menschen beschäftigen, aus welchen komplexen Schlamasseln und kleinen, wie großen Dramen sie sich mit sinnvollen und weniger funktionstüchtigen Strategien heraus oder sogar freiwillig (!) hinein manövrieren oder noch „besser“, darin verweilen; welche zauberhaft anmutenden Begebenheiten Menschen zusammenführen. Haben Sie schon einmal jemanden getroffen, mit dem Sie wechselseitig finden, dass Sie so vertraut sind, wie wenn Sie sich schon ewig kennen würden? Wer da noch an Zufälle und nicht an Wunder glaubt, darüber mag ich mich immer wieder wundern…

Motivation und Faszination in eigener Sache

Die Faszination vor diesem Wunderwerk hat zum Teil – für Sie als Leser wahrscheinlich- groteske Züge. Ich erfreue mich allerdings an der steten Verfeinerung meiner Fähigkeiten. Vor einiger Zeit bahnte sich bei mir zum Beispiel morgens eine heftige Emotion ihren Weg frei. Ein tiefes Mitgefühl für einen Menschen hatte sich angestaut und nach ein paar Wochen (es ging um einen Unfall) entladen. Ich schluchzte herzergreifend und stellte dann, zufällig im Bad vor dem Spiegel stehend fest, dass ich mit Faszination meine eigene Mimik studierte. Ich muss dazu sagen, dass das natürlich zu meinen Kompetenzen als Coach gehört, diese erste Sprache des Menschen als primäre und ehrliche Informationsquelle zu sehen. Mein Gesicht zeigte also eine Vollexpression Trauer, wie es in der Fachsprache heißt. Als ich mich selbst ertappte, musste ich lachen. Das war dann eine von mir unmittelbar analysierbare sog. Mischexpression: An den Augenbrauen Trauer, um den Mund herum Freude. Ist das nicht toll? Ja, im wahrsten Sinne des Wortes!

In der Tat erinnerte es mich an eine Begebenheit in einem Museum, in dem ich als Teenager die Gemälde von Claude Monet studierte. Auf einem Gemälde malte er seine soeben verstorbene, geliebte Frau Camille. „Wie makaber!“ hörte ich jemanden hinter mir sagen. Ich fand das gar nicht. Ich teilte die Faszination über das sich im Antlitz der Geliebten farbspielerisch abzeichnende weichende Leben und dessen Transformation zum Tod. In meinem Fall brachte mich das Lachen zu einem Kopfschütteln mit Augenzwinkern über mich selbst und einmal mehr zur dankenswerten Erkenntnis, dass ich zu meinem Beruf gerufen wurde. Deswegen heißt es ja auch Berufung… Bei Monet war die Faszination, diese augenblickliche Vergänglichkeit, diesen Moment so reell wie möglich darzustellen, genauso stark wie die Emotion über den Verlust eines geliebten Menschen.

Langweilige Berechenbarkeit versus echtes Leben

Als Coach erlebe ich Menschen, die von wenig bis gar nichts fasziniert sind in ihrem Leben, die nicht mehr staunen und sich nicht mehr wundern (und somit keine Wunder erleben) können; die nicht genießen und ohne Dankbarkeit, ohne Selbstliebe auch sich selbst rücksichtslos behandeln; die sich an wunderbaren, doch ganz einfachen Sachen nicht mehr erfreuen können, noch schlimmer: Die sie gar nicht wahrnehmen. Sie brauchen immer größere, künstliche Reize von außen und langweilen sich innerlich aufgrund deren schnellen Flüchtigkeit. Oder sie halten heftige Konflikte mit sich selbst oder anderen, viel zu hohe Belastungen viel (viel!) zu lange aufrecht. Sie werden sich selbst fremd und wundern sich immerhin darüber, dass sie so wenig Zeit haben, im Konflikt mit Kollegen, Partnern oder mit dem Leben als solches sind, dass sie ständig Probleme oder Migräne haben oder immer so unfreundlich bedient werden…

Selbststudium und Achtsamkeit

Auch hier ist eine bewusste Aufmerksamkeitslenkung nützlich (worauf setzen Sie Ihren Fokus?). Ich bin Anfang dieses Jahres morgens vor meinem NLP Kurs bilderbuchmäßig 7 Meter quer durch eine Kurve vom Rad gestürzt… Als erstes habe ich mich gewundert, dass eigentlich nichts passiert ist. Dann habe ich mich, noch am Boden liegend, erst einmal selbst aus dem Schock und die Blessuren korrigiert. In den folgenden Tagen, Wochen und Monaten konnte ich mit Faszination beobachten, wie sich mein Körper wieder heilte. Das aufgeplatzte Kinn, das meine Teilnehmer mit großer Empathie quittierten, war schon vier Tage später wieder zugewachsen (mein Tipp aus der Aromatherapie: Lavendel Öl!). Mein Handgelenk hatte nach ein paar Wochen wieder normale Form und Belastbarkeit, mein Knie (ich habe jetzt auch eine coole Hose mit Fetzenloch) dauert länger, fordert mich immer noch, Fragen zu stellen und Antworten zu finden. Mein Rätsel: Was ist mit diesem Knie los? Der konsultierte Orthopäde hat weder Fragen noch Antworten für mich parat. Er zuckt einfach mit den Schultern. Unerklärbares scheint ihn nicht zu interessieren. – Der Nächste bitte! Als Klient sehen Sie bei mir die Augen blitzen und mich interessiert aufrichten, wenn ich höre, was Sie schon alles probiert haben und es einfach noch nicht klappt. Das wäre ja gelacht. Fangen wir an! Zurück zu meinem Knie. Es brauchte zwei Coachings, ein paar Strategiewechsel, Osteopathie, noch mehr Aromatherapie und Geduld (immer noch mehr Geduld, Neugierde, wie es gehen könnte und eine hohe Schmerztoleranz). Irgendwann wird mein Körper es geschafft haben und vielleicht werde ich nie erfahren, was es letztendlich war … Es ist mir dann, ehrlich gesagt, auch egal. Ich werde jedenfalls staunen und mich darüber freuen, vorausgesetzt ich kann mich überhaupt noch daran erinnern.

Zufälle

Wenn nach einem Coaching Prozess zufällig auch ein Tumor im Finger verschwindet oder die Migräne statt wöchentlich nur noch zweimal im Jahr auftaucht, das zugeschwollene Auge (das war mein eigenes) noch während des Coachings mit heftiger Abreaktion komplett abschwillt, wenn die Nierenwerte nach der Verabschiedung von Panik und diversen Ängsten so gut wie überhaupt noch nie sind,… dann sind das für mich immer wieder bestaunenswerte „Wunder“ des Menschen. Wenn mich jemand fragt, „wie geht es Dir eigentlich mit …, das war doch so schlimm“ und ich mich nur mit Mühe daran erinnern kann (obwohl es eine Narbe als Beweis von der o.p. gibt), dann ist das für mich faszinierend. Der Körper macht es genau richtig: „It is important to remember to forget the things that are not important.“ (Richard Bandler, einer der NLP Begründer). Wer heilt hat recht. Nächstes Thema.

Fokus

Ein Klient hat gerade eine sehr schwere Zeit mit einer gesundheitlichen Herausforderung und einer daraus resultierenden Operation. Er empfindet sie als „Gemetzel“. Das ist zwar nachvollziehbar, doch leider nicht hilfreich. „Wunderwerk Mensch“ wäre eine wesentlich sinnvollere Denkweise. Zum einen ist es wundervoll, dass es Chirurgen und (von Menschen entwickelte) medizinische Geräte gibt, die eine derartige Operation heutzutage überhaupt ermöglichen; zum anderen, weil der Körper das wieder heilen kann. Wenn ich in „Heilung“ statt in „Gemetzel“ denke, sende ich eine ganz andere Information an meinen Millionenschweren Zellhaufen: Entweder „mögliche Regeneration“ oder „Zerstörung“.

Mein Filmtipp für Sie

Der Film vom Wissenschaftler und Zellbiologen Bruce Lipton „Wie wir werden, was wir sind“ ist meine Empfehlung, wenn Sie, laienverständlich über sich und Ihr „Wunder“ Körper mehr erfahren möchten. Wie kann man nicht vor Ehrfurcht staunen und sich fragen „wer hat eigentlich dieses Wunderwerk von Drüsensystem, Herz, Blutkreislauf, Muskel-, Bindegewebe, Faszien, Sehnen, Bänder, die fünf Sinne – und den sechsten und siebten noch dazu (wissen Sie, welche das sind?) usw. erschaffen?“ Wenn Sie schon mal die Grippe hatten, dann könnten Sie staunen, wie schnell gar nichts mehr geht und wie schnell Sie dann auch wieder zu Kräften kommen … und Sie sich dann sogleich wieder ganz selbstverständlich und ohne darüber nachzudenken, mit Höchstleistungen durch Ihren Beruf und Alltag bewegen. Erstaunlich, oder etwa nicht?

Fazit

Üben Sie sich doch einmal wieder darin, sich zu wundern. Wie geht das? Mund und Augen aufreißen, staunen. Wie ein kleines Kind. Vermeintlich Bekanntes neu entdecken. Nicht bewerten. Keine Kausalitäten konstruieren „das ist doch so, weil…“. Betrachten, wahrnehmen, wahrhaftig: „Anhimmeln“. Eine gute Gelegenheit zum ehrfürchtigen Staunen ist tatsächlich ein sternenklarer Nachthimmel. Schauen Sie auf zu den Sternen! Vielleicht sehen Sie sogar die via lacta. Und stellen Sie Fragen, viele, viele Fragen. Wer keine hat, dem ist nicht zu helfen. Doch mal angenommen, auch Sie hätten welche…

Warum und Wozu?

Sich wundern und staunen… macht demütig und dankbar für das Leben. Es lehrt Sie, sich selbst zu lieben. Und das ist ein hervorragender Nährboden für gute Veränderungen, konstruktive, wertschätzende Beziehungen, Heilung, Genesung und persönliches Wachstum, ob physisch oder psychisch. Dann mag einem eine ganz besondere Begegnung, eine erreichte Vision oder ein geschafftes Ziel, die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches, ein verrückter Zufall rückblickend tatsächlich wie ein Wunder vorkommen… Ist das nicht wundervoll?

Haben Sie schon Wunderbares erlebt? Dann teilen Sie das hier gerne als Kommentar!

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2 Kommentare

  1. Daniel Hogen
    5. November 2018

    Liebe Vanessa,
    was für ein wundervoller Artikel von Dir über das Thema Mensch sein.
    So passend und umfangreich, wie Du die Facetten des Menschseins hier zusammenbringst.
    All die (Einfluss-) Faktoren, die sich im Wechselspiel auf unsere Genesung auswirken können, einfach herrlich.
    Aus meinen eigenen Erfahrungen kann ich berichten, auf welch‘ wundersame Weise man selbst auf seine Genesung positiv Einfluss nehmen kann. Es fängt mit den Gedanken an, geht über die Aromatherapie hin bis zum Faktor Zeit.

    Dufte Grüße
    Daniel

    Daniel Hogen
    Aromatherapeut

    Antworten
    • inmetra
      6. November 2018

      Lieber Daniel,

      herzlichen Dank für Deine Kommentierung, die mich besonders ehrt. Du dürftest schon sagen, dass Du mein Lehrer in Sachen Aromatherapie bist. Ohne Dich hätte ich mich nie getraut, direkt auf die beschriebenen Wunden Lavendelöl zu träufeln und hätte auch nicht die, im wahrsten Sinne des Wortes, „wunderbare“ Wirkung am eigenen Leib erlebt. Diese Erfahrung hat mich echt angefixt. Du hast Recht: Lavendelöl gehört in jede Handtasche! Es ist wirklich fantastisch, sich dieses Wissen so leicht zu Nutze zu machen; vorausgesetzt, man weiß wie. Dabei schätze ich Deine Expertise und Deine Begeisterung. Wir machen in jedem Fall weiter!

      In diesem (nicht nur olfaktorischen) Sinne und auf allen Ebenen, mit fröhlichen Grüßen
      Vanessa

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