Ja, nein, vielleicht? – Beim Entscheidungen treffen macht Ihr Gehirn leider mit.

Auf der didacta, einer großen Bildungsmesse in Deutschland, war ich mit Coach Kollegen für den DVNLP – den Deutschen Verband für Neuro Linguistisches Programmieren – tätig. Es gab viele Informationen, tolle Gespräche und das Angebot von Kurzzeit Coachings, das sehr gut angenommen wurde. In einem Moment sah sich ein Herr drei möglichen Coaches gegenüber. Nun durfte er wählen. Doch seine Gesichtszüge verrieten: „Ich m u s s jetzt wählen.“ Die Entscheidung fiel ihm sichtlich schwer. Es kamen innere Konflikte… „das kann ich nicht sagen“, und „wie käme das wohl an?“ und „das tut man ja auch nicht“ und „vor den anderen“, sprach seine Mimik. Er rang mit sich, seinen inneren Stimmen und Anteilen.

Ich habe mich entschieden und sage „vielleicht“

Ich überlegte gleichzeitig, welche NLP Methodik (zu dieser Gelegenheit agierten wir nur mit NLP, sonst nutze ich eine breite Palette von weiteren Methoden) jetzt schnell und gleichzeitig NLP demonstrierend, helfen könnte. Unser Geschäftsführer löste die Sache auf seine Weise. Er traf nämlich eine Entscheidung und ordnete den Herrn meiner Kollegin zu. – Fertig! So leicht kann es gehen.

Später sprachen meine Kollegin und ich darüber, da der Mann ihr erzählt hatte, was in ihm im Entscheidungsmoment alles vorging. Großes Kino, in der Tat. Und allzu menschlich. Wir analysierten uns selbst weiter. Schließlich ist „sich entscheiden“ immer wieder eine interessante Fragestellung im (Selbst-) Coaching. Meine Kollegin sagte zu mir: Du kannst Dich wohl sehr gut und schnell entscheiden! Ich stutzte. Hm. Ist das so? Ich reiste in mich und zu mir und stimmte, anhand von einigen Beispielen und regelbestätigenden Ausnahmen, vorsichtig und „unter Vorbehalt der weiteren Prüfung“ zu. Nach reiflicher Selbstbeobachtung und weiterer Selbsterforschung in den nächsten Wochen erklärte ich mir: Ja, ich glaube, sie hat wirklich recht. Ich kann mich gut und schnell entscheiden. Bei meiner Selbstanalyse fand ich übrigens der schnellen Entscheidung zuträgliche Überzeugungen und sog. Glaubenssätze (Gedanken, die ich für mich als sinnvoll verfolge).

Metaprogramme

Kundige wissen, dass die Kompetenz, Entscheidungen zu treffen, zu unseren sog. Metaprogrammen gehört. Die können Sie sich wie einen internalen Kompass vorstellen. Es gibt zahlreiche. Die Wahrnehmung und die Bewegung innerhalb der Zeit „in time“ versus „through time“ gehören z.B. dazu, die persönliche Ausrichtung „weg von“ und „hin zu“ etwas oder jemanden (usw.) und beim Treffen von Entscheidungen, sich gut und zügig, zäh, quälend bis gar nicht entscheiden zu können. Im Coaching streben wir Flexibilität und Wahlmöglichkeiten an. Wir finden es lebens- und erstrebenswert, situationsabhängig adäquat mit dem einen oder anderen Programm reagieren zu können und somit Alternativen zu haben, statt einem Hamsterrad ausgeliefert zu sein, das wir selbst kreiert haben.

Entscheidungen treffen

Sie haben sich entschieden, diesen Artikel zu lesen. Stutzen Sie jetzt vielleicht und entscheiden jetzt, ob Sie weiterlesen werden? Sie haben während des  bisherigen Lesens vielleicht bereits die Entscheidung getroffen, lernen zu wollen, wie sich entscheiden geht. Nichts ist so stark wie eine klar gesetzte Absicht. Manchmal reicht das schon. Doch wie sieht es bei Ihnen aus? Wie hört sich das für Sie an? Haben Sie den Eindruck, Sie entscheiden sich leicht, schnell, schwer, am liebsten gar nicht oder prophylaktisch schon lange, bevor eine zu entscheidende Situation überhaupt da ist, die dann vielleicht nie eintreten wird? Oder wird Ihnen schon beim Gedanken daran schlecht, dass sich eine Situation nähern könnte, die dann eine Entscheidung von Ihnen verlangt?

Die Ent-scheidung, linguistisch betrachtet

Wenn man das Wort „Entscheidung“ linguistisch seziert, im wahrsten Sinne des Wortes „auseinander“ nimmt, dann ent-scheidet sich jemand oder etwas. Doppelt gemoppelt „ent“ also abtrennend und „scheidend“ das eine deutlich vom anderen in „ent“ oder „weder“, wie man so schön sagt. Ich gebe Ihnen das Bild von einem Ei, das in Eigelb und Eiweiß getrennt wird. Dazu gibt es sogar käuflich erwerbbar einen Trennungshelfer. Wirklich! Haben Sie sowas schon einmal gesehen? Eine irre Erfindung. Mit Geschick lässt sich das Ei, für manche sogar einhändig, mit der Eischale trennen. Lassen Sie uns doch diese Metapher im weiteren Entscheidungsspiel mit aufnehmen. Denn der eine oder andere tut gut daran, sich zunächst eines Trennungshelfers zu bedienen.

Neuro-logisch: Sie sind Ihrem eigenen Gehirn ausgeliefert!

Erholen Sie sich gleich von diesem Schreck, denn die gute Nachricht dabei ist, dass Sie es in der Hand – bzw. in Ihrem Kopf – haben, Ihr Gehirn zu füttern und dort jederzeit aufräumen, ausmisten und umsortieren (lernen), die nützlichen Denkweisen von den eher schädlichen trennen (ggf. mit Trennungshelfer) und somit neue Entscheidungs“wies“ (wie geht es?) erschaffen können. Mit Übung und steter Praxis wird die neue Art, Entscheidungen zu treffen, dann zu Ihrem bewusst gestalteten Hamsterrad. – Gut oder? Ja, ich finde das gut!

Eine weitere gute Nachricht: Sich entscheiden macht schlank!

Gehirnforscher berichten, dass Entscheidungsprozesse (Durcheinander, Chaos und das Hin- und Her im Kopf) im Kernspintomografen untersucht, messbar einhergehen mit einem der Erregung der Nervenzellen korrespondierenden starken Anstieg an Sauerstoff- und Glukoseverbrauch. Diesem rapiden Anstieg wird allerdings von der neuronalen Steuerung entgegengewirkt. Die einfachste Lösung heißt nämlich „erst mal gar nichts machen und abwarten“. Man hofft, das Problem löst sich von selbst. Darunter zählt auch alles, was wir in der Psychologie als „Verdrängung“, beispielsweise Ablenkung bezeichnen. Je häufiger das Gehirn das, von Ihnen unzensiert praktizieren darf, desto dicker wird die Nervenbahn, bis sie zur Nervenautobahn wird und sie – fatalerweise- automatisch, also von selbst gesteuert (Hamsterrad), so reagieren lässt. Aus und vorbei ist die Wahlmöglichkeit. Sie sind in Ihrem Entscheidungsmuster gefangen und müssen es so machen. Und wenn das nicht funktioniert, machen Sie noch mehr davon und das Ganze schneller.

Albert Einstein und die reine Form von Wahnsinn

Albert Einstein bezeichnete dieses menschliche Phänomen als puren Wahnsinn: Zu glauben, es käme etwas anderes dabei heraus, als das, was Sie ohnehin schon kennen und „eigentlich“ gerade ändern wollen, indem Sie mehr davon tun oder das Ganze schneller machen, noch irrer: Beides gleichzeitig.
Ganz einfach: Wenn Sie es ändern wollen, müssen Sie es verändern. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Dazu brauchen Sie Aktivität. Aktivität bedeutet Energieverbrauch. Raus aus dem Sofa des renommierten Einrichtungshauses „Entscheidungslosigkeit“ mit den fetten, wohlschmeckenden Chips der Marke „lass ruhig bleiben“ und der gemütlichen Decke des Herstellers „mal abwarten“. Die im Kopfhörer gewählte Musik ist der zeitlose, immer wieder neu gesampelte Hit „schnell wegschauen“. Am einfachsten und am meisten Energie sparend agieren Sie durch abwarten, sein lassen, ablenken, verdrängen, wegschauen oder durch plumpes Abarbeiten der Dinge, die halt anstehen: Wäsche waschen, den Keller aufräumen, bügeln, die Zeitungen sortieren, wichtige Telefonate, dringende Geschäfte, vorrangige Angelegenheiten, die längst überfällige Buchhaltung oder Excel Liste…

Kohärenz

Im Gehirn heißt das „Kohärenz“. Das ist der Zustand, in dem alles passt und nichts mehr stört, reine Harmonie. Wenn Inkohärenz (also die nächste Situation, die eine Entscheidung braucht) entsteht, machen Sie automatisch das, was Sie immer schon gemacht haben und, ach wie schön, Kohärenz ist wiederhergestellt. Das Sofa ist doch so gemütlich und die Chips schmecken so gut. Mist, die Packung ist leer. Wer hat…?

Nachhaltige, soll heißen echte Er-Lösungen …

Nachhaltige Lösungen sind aufwändig und fressen Energie. Sie sind so eine Art Marathonlauf der Nervenzellen. Im NLP gibt es die von Robert Dilts erschaffenen (neuro) logischen Ebenen der Veränderung in Erweiterung des Lernmodells von Gregory Bateson. „Changing beliefs“ ist ein echter Trennungshelfer. Sehr einfach. Sehr wirkmächtig. Ich nutze diese Methode im Coaching unter anderem, wenn es darum geht, eine Entscheidung zu treffen und die längst geschriebene „dafür und dagegen – Liste“ auf und ab durchdekliniert ist: 50:50. Es spricht genauso viel Gutes dafür, wie Nützliches dagegen. Eine echte Pattsituation. Meistens ungemütlich!

Und so kann es sogar leicht gehen

Auf den 6 Ebenen Umgebung, Verhalten, Fähigkeiten/Talente, Überzeugungen/Werte/Glaubenssätze, Identität und größerer Zusammenhang/Zugehörigkeit erfrage ich aus meinem Klienten mit dem sog. Modell der Meta Sprache viele, unterbewusste und tief liegende Informationen, die er so noch nicht in sich entdecken konnte. Das mache ich mit der einen Situation wie mit der anderen. Und meistens bin ich auf der zweiten Linie noch nicht durch, da ist die Entscheidung klar, so glasklar und erleichternd, wie wenn sie aus dem Himmel oder wie Schuppen von den Augen gefallen wäre. Die Investition an Energie hat sich gelohnt: Öfter machen. Neues Verhaltensmuster generieren. Wahlmöglichkeiten als neues Hamsterrad schaffen, denn sonst laufen Sie Gefahr, in das alte, bequeme Muster zurückzufallen. Das Sofa lockt und die Chips… „komm, komm, nur heute. Es läuft Dir doch nichts davon. Hier ist es so gemütlich. Komm, nimm dir die Decke und höre Deine Lieblingsmusik!“ Sie besitzen einen inneren Kompass, der Sie führt. Und wer stellt den Kurs ein? Das ist eine gute Frage. Die Antwort kennen Sie natürlich:

Sie entscheiden!

Sie können sich nie falsch entscheiden. Entweder ist Ihre Entscheidung genau die richtige. Oder Sie finden ziemlich schnell heraus, was Sie anders machen müssen. Wenn Sie es belassen wie es ist, dann ist auch das Ihre Entscheidung, mit allen Konsequenzen, die Sie – und vielleicht andere – zu tragen haben.

Natürlich dürfen Sie sich auch erst einmal zu einem Coaching entscheiden. Das ist einfacher. Dann bekommt Ihr Thema noch einen Aufschub und Sie entscheiden erst – allerdings dann wirklich frei -, was Sie tun oder lassen möchten, ob Sie sich auf etwas oder jemanden zu- oder weg bewegen werden und so weiter. Auch die Entscheidung zu einem Erlebnisabend ist nur eine kleine, die leicht geht.

Der nächste Erlebnisabend „Ihr Sprung aus dem Hamsterrad“ – Einführung in (Selbst-) Coaching und NLP, der gleichzeitig Info Abend für die am 15. Januar 2021 startende NLP Practitioner Ausbildung ist,
findet per Zoom online am Dienstag, dem 18. August 2020 um 19 Uhr statt. Kostenbeitrag 20 Euro vorab per Überweisung. Bitte melden Sie sich vorher an, dann erhalten Sie die Einwahlkoordinaten.

Am  Mittwoch, 9. September 2020 um 19 Uhr findet – live, vorbehaltlich Corina bedingter Änderungen (dann online per zoom) – der Erlebnisabend „Was wirkt im Coaching? – Interventionen, Methoden, Techniken“ statt. Kostenbeitrag 20 Euro, bitte in bar mitbringen, bzw. vorab überweisen.

Damit alle entspannt bleiben: Melden Sie sich bitte rechtzeitig an!

Weiter Möglichkeiten finden Sie hier.

Ich habe mich schon entschieden: Ich freue mich auf Sie!

 

 

 

 

 

Vanessa Vetter – die Frau für Veränderung. Because change is your chance.

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